Borsum
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Geschichte von Borsum
Das Gebiet von Borsum war schon vor langer Zeit Siedlungsraum. Ausgrabungen bewiesen, dass bereits 400 n. Chr. Menschen im heutigen Gebiet um Borsum lebten.
Im Zuge der Eroberung des Gebietes durch die Franken unter Karl dem Großen, wurde das Dorf als „ Borsheim „ erstmals urkundlich erwähnt ( Staatsarchiv Marburg ). Danach entwickelte sich der Ortsname von Borsheim über Borshem ( Borsem ) zum heutigen Borsum.
Mit der Gründung des Bistums Hildesheim durch Ludwig den Frommen ( Sohn Karls des Großen ) wurde das neue Bistumsgebiet in Archidiakonate aufgeteilt. Als vorheriger Bann- Mittelpunkt wurde auch Borsum ein solches Archidiakonat, aus dem sich im laufe der Zeit gemeinsam mit Rautenberg, Hüddessum, Adlum. Hönnersum, Machtsum und Ahstedt das heutige „ Borsumer Kirchspiel „ (Borsumer Kaspel ) entwickelte.
Das Gebiet, welches dem Domprobst unterstellt war, wurde von Verwaltern bewirtschaftet, die durch ihren Status zum niederen Adel aufstiegen und als Ministerialien den Ortsnamen und ein Wappenschild tragen durften. In Urkunden von 1226 ( Siegfried von Borsem ), 1286 ( Ludolf von Borsem ) und 1340 (Barthold von Borsem ) findet man entsprechende Siegelabdrücke. Nach diesen Siegelabdrücken ( Staatsarchiv Hannover ) erhielt das Dorf Borsum im Jahre 1930 ihr Gemeindewappen. Die darin enthaltenen Farben Rot und Gelb ( Gold ) zeigen die Verbundenheit zum Stift Hildesheim.
Seit 1235 ist das Gebiet nur dem Kaiser unterstellt und somit wurde der amtierende Bischof bis 1802 zum Fürstbischof; zum Herr eines eigenen Staates.
Ein erster Pfarrer wird um 1200 erwähnt und ab ca. 1500 bis heute sind alle Borsumer Pfarrer namentlich verzeichnet.
Der mittelalterliche Hildesheimer Schutzwall, der bis Borsum führte, ist in Resten als Kirchhofmauer bis heute in Borsum erhalten. Die „Landwehr“- Strasse erinnert noch heute daran.
Der im Jahre 1499 errichtete Kirchturm ( als Wehrturm ursprünglich gebaut ) diente den Borsumern im Bedrohungsfall als Zufluchtsort. Schießscharten lassen diesen Zweck noch heute erkennen.
Im Jahre 1626, zu Zeiten des 30- Jährigen Krieges werden dänische Truppen von wehrhaften Borsumer Bauern am Wald teilweise erschlagen oder in die Flucht getrieben. Ein Rachefeldzug der Dänen hat zur Folge, das 15 Bauern getötet, junge Borsumer verschleppt und das Dorf verwüstet wird. 1632 wird das Dorf von schwedischen Truppen abermals heimgesucht, in Brand gesteckt und die vier Glocken aus dem Kirchturm entwendet.
1652 wird Borsum von der grassierenden Pestepidemie erreicht. Der damalige Pfarrer steht den totgeweihten bis zu seinem eigenen Pesttod 1660 bei.
Unter Pfarrer Edmund Berthramb erhält der Kirchturm 1741 /42 seine heutige Helmspitze. Die 1710 erbaute Kirche, nun mit dem Turm verbunden, wird 1749 dem Hl. St. Martinus geweiht.
In dieser Zeit wird am Gänseteich Heinrich Ruhen geboren. Er wird unter den Jesuiten zum Priester ausgebildet und geht als Missionar nach Amerika, wo er nach ersten Bekehrungen von Indianern erschlagen wird. Das Gebiet des ehem. Gänseteiches, mittlerweile eingeebnet, trägt heute den Namen „Heinrich- Ruhen-Platz“ und eine Partnerschaft zu seiner damaligen Wirkungsstätte belebt sein Andenken bis heute.
1760 wird eine Flur- und Wiesenbeschreibung aufgestellt. 110 Katasternummern werden vergeben.
1609 wird erstmals eine Schule erwähnt, in der ab ca. 1770 sogar zwei Lehrer ihren Dienst versehen.
Das Borsumer Waldgebiet wird als Energielieferant um das Jahr 1485 urkundlich erwähnt. Als reiner Privatwald besitzt jeder Kötner und Ackermann seinen Anteil ( Echter ). Eine Holzordnung wird erlassen.
Eine Volkszählung im Jahre 1916 ergab, dass in 239 Haushalten 1130 Einwohner lebten. ( 1974, zur Zeit der Gebietsreform 2129 Einwohner )
Eine Vielzahl von Vereinen, zum Teil hundert Jahre und älter, sind heute mit einer Vielzahl von Mitgliedern am Dorfleben beteiligt. Das Angebot reicht von Gesangsvereinen über Naturschutz bis hin zu Heimat-, und Sportgemeinschaften. Herausragende Leistungen zeigt dabei der Tischtennisverein Borsum, der derzeit in der 2. Bundesliga um Punkte kämpft.
Bekannte Borsumer:
Pater Heinrich Ruhen: Missionar
Hermann Schnipkoweit: CDU ehem. MdL, Sozialminister unter Ernst Albrecht
August Söding: Heimatdichter ( Heimaterde, Unser Bruch,…)
Karl Heine: Heimatdichter