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Bad Harzburg ist eine Stadt im Landkreis Goslar im Süden Niedersachsens (Deutschland). Sie liegt am Nordrand des Harzes und ist auch als Soleheilbad und heilklimatischer Kurort bekannt.
Geographische Lage
Die Stadt liegt im Nordharz an der Landesgrenze von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Die Stadt erstreckt sich nach Süden in das Tal der Radau und liegt am Rand des Nationalparks Harz.
Nachbargemeinden
Zu den nächstgelegenen Gemeinden zählen Goslar-Oker, Braunlage, Vienenburg sowie Ilsenburg und Osterwieck.
Stadtgliederung
Bad Harzburg (10.614 Einw.)
Bettingerode (470 Einw.)
Bündheim (5.798 Einw.)
Eckertal (169 Einw.)
Göttingerode (1.059 Einw.)
Harlingerode (3.268 Einw.)
Schlewecke (1.873 Einw.)
Westerode (1.131 Einw.)
Einwohnerzahlen: Stand 31. Dezember 2007
Klima
Bad Harzburg hat eine klimatische Übergangslage zum reinen Mittelgebirgsklima mit betontem Lokalklima. Vorherrschend Schonklima, waldreiche Umgebung, Übergangsklima zum reinen Mittelgebirgsklima.
Geschichte
Um 780 soll Karl der Große auf dem Hartesberge eine Kapelle gebaut haben. Dies lässt sich historisch nicht nachweisen. Gesichert ist jedoch die Gründung eines Stifts im Jahr 916. Zwischen 1066 und 1068 wurde die Harzburg durch Heinrich IV. gebaut. Nach dem Bau der Harzburg wurde die Stadt Neustadt unter der Harzburg genannt. 1569 wurde von Herzog Julius eine Solequelle gefunden und für die Saline Juliushall erschlossen. Im Dreißigjährigen Krieg wurden sämtliche Dörfer zerstört.
Ab 1831 war Neustadt als Kur- und Badeort bekannt. 1851 wurde die Saline geschlossen und es entstand der eigentliche Badebetrieb. Nach dem Vorbild der großen europäischen Bäder entstand eine Kolonie von zunächst auswärtigen wohlhabenden Bürgern, die es verstanden, die mondänen Anforderungen der damaligen Zeit am Fuße des Harzes zu vereinen: elegante Hotels, ein Spielcasino, eine Pferderennbahn und zahlreiche Kuranlagen.
Bis 1892 erwuchs daraus eine selbstbewusste Badegemeinde, die sich nunmehr nicht mehr beliebig Neustadt nannte, sondern den Namen des braunschweigischen Amtes Harzburg verwendete. Seit dem 27. Mai 1892 darf sich die Gemeinde Bad Harzburg nennen. Der Status einer Stadt wurde Bad Harzburg erst 1894 zugesprochen.
In Harzburg wurde 1819 eine Post-Expedition eingerichtet, die 1848 in eine Postverwaltung umgewandelt wurde und 1855 zum Bahn- und Postamt umfirmierte, das über weitere Bezeichungsänderungen bis 1904 zum Postamt I. Klasse wurde. Neben dieser Postanstalt gab es seit 1843 eine Station für die Pferdepost mit Postillionen. In Bündheim war Ende 1840 eine Extrapost-Station eingerichtet worden, eine Post-Agentur bestand seit 1886. In Schlewecke bestand zwischen 1893 und 1903 ebenfalls eine Post-Agentur. Harlingerode erhielt 1880 seine Post-Agentur (siehe auch Postgeschichte von Bad Harzburg).
Überregionale Bekanntheit erlangte die Stadt 1931, als der Aufmarsch der sogenannten Harzburger Front die unter Alfred Hugenberg versammelten rechtsextremen Parteien und Verbände der Weimarer Republik gegen das Kabinett Brüning bündelte: DNVP, NSDAP, SA und Stahlhelm. Die Teilnahme an dem Bündnis machte Hitler in den konservativen, deutschnationalen Kreisen salonfähig und gilt als großer Schritt zur späteren Machtergreifung.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Seit 1989 verleiht die Stadt den Bad Harzburger Jugendliteraturpreis an Autoren herausragender Werke der Jugendliteratur.
Der Deutsche Staatsbürgerpreis wird seit 1995 von der Stiftung „Staatsbürgerliche Stiftung Bad Harzburg e.V.” an besonders verdiente Personlichkeiten unserer Gesellschaft verliehen.
Museen
Haus der Natur (Dauerausstellung: Harzwald)
Museum in der Remise
Bündheimer Schloß
Burgbergseilbahn (s. u.)
Historische Fachwerkbauten
Historische Wandelhalle
Jungbrunnen in der Stadtmitte
Kreuz des deutschen Ostens
Lutherkirche mit Sauer-Orgel
Radauwasserfall (Radau)
Ruine der Harzburg
Parks
Badepark
Kurpark
Schlosspark
Stadtpark (ehemals Casinopark)
Sport
18-Loch-Golfplatz
Bad Harzburger Sole-Therme (32 °C warme Sole)
Freiluft-Eisbahn im Winter
Skyrope-Hochseilpark
Krodobad (Freibad im Sommer)
Nordic-Walking-Strecken
Rodelbahn
Silberbornbad (Hallenbad)
Sportpark an der Rennbahn (Pferdesport (Galopp, Dressur, Springen, Vielseitigkeit), Fußball und Hockey auf Kunstrasen, Beachvolleyball und -tennis, Fitness-Parcours, Joggingstrecken, Bogenschieß-Parcours, Inlineskating)
SwinGolfanlage
Installation zum Salz- und Lichterfest 2007Wandern, es führt bspw. der 13 km lange Teufelsstieg zum Brocken
Regelmäßige Veranstaltungen
Juni: Harzer Trike-Treffen, Bad Harzburger Musiktage (seit 1970)
Juli: Bad Harzburger Galopprennwoche (seit 1880)
August: Salz- und Lichterfest
Dezember: Weihnachts- und Wintermarkt, Milchkannenturnier (seit 1981)
Verkehr
Bad Harzburg ist Endpunkt der Bahnstrecke Braunschweig–Bad Harzburg, der Eisenbahnlinie (KBS 320) Hannover–Hildesheim–Salzgitter-Ringelheim–Goslar–Bad Harzburg, der Linie (KBS 354) Bad Harzburg–Goslar–Seesen–Kreiensen. Der ungünstig gelegene Kopfbahnhof von Bad Harzburg hat dazu geführt, dass die Fortsetzung der Bahnlinien nach Osten nicht (wie vor der Deutschen Teilung) über Bad Harzburg und Eckertal, sondern über Vienenburg in Richtung Wernigerode und Halberstadt verläuft (siehe Bahnstrecke Halberstadt–Vienenburg).
In Bad Harzburg endete bis 2001 die Autobahn A 395 von Braunschweig über Wolfenbüttel nach Süden. Sie verzweigt sich nördlich der Stadt in drei Richtungen: Die B 6n nach Osten über Stapelburg, Wernigerode nach Blankenburg und weiter nach Aschersleben und Bernburg, die B 4 nach Süden durch Bad Harzburg quer durch den Harz über Torfhaus und Braunlage nach Nordhausen und Erfurt sowie die B 6 nach Westen über Goslar, Salzgitter-Bad nach Hildesheim.
Seit 1929 befördert die Burgbergseilbahn Gäste auf den 482,80 m hoch gelegenen Großen Burgberg mit der sog. Canossasäule und der Ruine der Harzburg.
Ehrenbürger
1895 Otto von Bismarck (1815–1898), Reichskanzler
Söhne und Töchter der Stadt
Johann Christoph Lüders (1803–1872), Industriepionier und Kommunalpolitiker
Conrad Willgerodt (1841–1930), Chemiker
Waldemar Koch (1880–1963), Politiker
Manfred Schmidt (1913–1999), Comic-Zeichner
Willi Bartels (1914–2007), “König von St. Pauli”
Eberhard Fiebig (* 1930), Bildhauer
Hannsjörg Voth (* 1940), Künstler
Thomas Zacharias (* 1947), Leichtathlet
Stefan Bajohr (* 1950), Politiker und Sozialwissenschaftler
Heinz Hoenig (* 1951), Filmschauspieler
Frithjof Schmidt (* 1953), Politiker
Klaas Hübner (* 1967), Politiker
Lars Fuchs (* 1982), Fußballspieler
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
Philipp-August von Amsberg (1788–1871), Generaldirektor der Herzoglich Braunschweigischen Staatseisenbahn
Carl Haber (1842-1895) Mitbegründer des Konsumvereins, der Kreditgenossenschaft und der Großeinkaufs-Gesellschaft Deutscher Consumvereine m.b.H. (GEG) Hamburg.
Julius Elster (1854-1920), Lehrer und Physiker, starb hier
Reinhard Höhn (1904-2000), Staats- und Verwaltungsrechtler, Erfinder des Harzburger Modells und Gründer der Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft GmbH, Bad Harzburg.
Dr. Hans Georg Faust (* 1948), CDU-Politiker
Albert Renger-Patzsch (1897-1966), bedeutender Fotograf der Neuen Sachlichkeit, lebte und wirkte in den späten 1920er Jahren in Bad Harzburg
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Der Raudauwasserfall in Bad Harzburg wurde künstlich angelegt und ist 23 m hoch. Zu finden ist er an der B4 Richtung Torfhaus
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