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Bodenburg

Juni 15, 2008 Von: Oliver Kube Kategorie: Bodenburg

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Wappen BodenburgBodenburg ist ein Flecken mit etwa 2.000 Einwohnern, ein südlicher Ortsteil von Bad Salzdetfurth, Landkreis Hildesheim in Niedersachsen.

Der Flecken Bodenburg liegt im “Ostfälischen Berg- und Hügelland”. Die Hanglage Bodenburgs und die vielen Quellen in der Umgebung machten den Ort zu einem günstigen Siedlungsgebiet, zumal sich der Ort aufgrund der ihn umgebenden Teiche, Wälle und Hecken auch gut verteidigen ließ.

Der historische Ortskern wird von einem ca. 1.000 Jahre alten Wasserschloss und zwei in T-Form angeordneten Reihen von Fachwerkhäusern gebildet.

Die erste urkundliche Erwähnung Bodenburgs stammt aus dem Jahr 1142, in dem ein Hildesheimer Bischof die Urkunde unterzeichnete. Die dort ansässige Familie von Bodenburg war sehr einflussreich und besaß Einkünfte aus dem Handel mit Salz aus Salzdetfurth und dem Zehnten der ihr gehörenden Ländereien. Gelegentlich überfielen die Ritter von Bodenburg als Raubritter auch Kaufleute und raubten sie aus. Da sie in mehrere Fehden verwickelt waren kamen sie häufiger in finanzielle Schwierigkeiten.

Am 15. Juni 1359 begab sich die Familie von Bodenburg in den Dienst der Braunschweiger Herzöge und lag ab diesem Zeitpunkt mit den Hildesheimer Bischöfen in ständigem Streit. Dies führte dazu, dass Handel und Gewerbe, die neben den geringen Erträgen aus dem Ackerland die einzige Erwerbsquelle waren, durch Beschränkungen und doppelte Konzessionszahlungen erheblich erschwert wurden. Die Mehrzahl der Äcker gehörten dem Bodenburger Gut, so dass den Bürgern lediglich eine Grundversorgung ermöglicht wurde.

Durch die Trennung von Bürgern und Gutsabhängigen ergab sich eine Zweiteilung des Ortes, woraus zwei Kirchen sowie zwei Schulen entstanden.

Ab 1828 hatte Bodenburg eine eigene Post.

Geographie

Der Flecken Bodenburg liegt am zur Riehe hin geneigten Westhang der Ohe und des Rhoden von wo aus man nach Norden in das Tal der Lamme schauen kann und im Südosten bei günstigem Wetter den Brocken sieht. Der westliche Horizont ist vom Sackwald begrenzt und nordwestlich beginnt der Hildesheimer Wald mit den Tosmarbergen

Verkehr

Straße:
Von Bodenburg über die L493 nach Bockenem und von dort zur Autobahnanschlussstelle Nr. 62 auf die A7 (Hannover-Kassel) sind es 11 km. Nach Hildesheim auf der L490 sind es 20 km.

Schiene:
Bodenburg war ein Nebenbahnknoten, an dem die Bahnstrecke Elze–Bodenburg auf die Lammetalbahn traf. Mittlerweile ist nur noch die Verbindung in Richtung Hildesheim im Angebot.

Mit der Übernahme der Strecke Hildesheim - Bodenburg durch die EURO-Bahn und der Einrichtung eines neuen Haltepunktes am Solebad verbesserte sich die Verkehrssituation erheblich.

Vereine

Bodenburg besitzt mehrere Vereine wie den Feuerwehr-Musikzug, einen Spielmannszug, einen Schützenverein, eine freiwillige Feuerwehr, einen Männergesangs-, Turn-, Dart-, Fußball- und Tischtennisverein. Der Verein “Freies Bad Bodenburg” wurde gegründet, um die Schließung des Bodenburger Freibades zu verhindern.

Kultur

Das >Kunstgebäude auf dem Schlosshof Bodenburg<
Die in der Region völlig unterrepräsentierte zeitgenössische >Bildende Kunst< wurde im Jahr 1998 durch die Einweihung des >Kunstgebäudes auf dem Schlosshof in Bodenburg< beendet. Es handelt sich hier um ein bauhistorisch außergewöhnliches ca. 200-jähriges unter Denkmalschutz stehendes Gebäude mit einem Sattelschwingdach, das 1999 den >Preis für Denkmalschutz< durch die Niedersächsische Sparkassenstiftung verliehen bekam. Der erste Austellungszyklus mit internationaler Beteiligung widmete sich den Tierarten. 2004 begann ein zweiter Zyklus, der die 5 menschlichen Sinnesorgane Mund, Ohr, Hand, Nase und Auge thematisierte. Alle Ausstellungen wurden von dem Kurator Hans-Werner Kalkmann konzipiert und organisiert. Außerdem fanden Einzelausstellungen von ANTOINETTE, OWUSU-ANKOMAH, Susanne Ritter, Petrus Wandrey, Kurt Schwerdtfeger, Ingolf Timpner, Sacha Tröger u.a. statt. In der ausstellungsfreien Zeit finden im Kunstgebäude auch Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen statt

Ein komplette Übersicht ist auf der website www.kunstverein-bad-salzdetfurth.de zu finden.

Der >Radweg zur Kunst<
Der Radweg zur Kunst geht auf die Initiative des Bildhauers Hans-OISEAU Kalkmann zurück. Er verbindet vom Abzweig Ruthe an der Innerstemündung die Orte Sarstedt, Gießen, Hildesheim, Bad Salzdetfurth, Bodenburg, Lamspringe und Bad Gandersheim, wo er wieder auf den >Leineradweg< und den R1-Radweg trifft. Wie an einer Perlenschnur aufgereiht findet der Radwanderer auf den fünf Teilwegen mit den Namen >Wasser-Kunst-Weg<, >Romanik-Weg<, >Kontakt-Kunst-Weg<, >Kunst-beWEGt.Weg< und >Skulpturen-Pfad< Kulturgüter von der Romanik bis zur Jetztzeit.

Der >Kontakt-Kunst-Weg<
Auf dem Teilstück Kontakt-Kunst-Weg im Flecken Bodenburg entstand während der 27. Kontakt-Kunst-Aktion 1989 das Skulpturenensemble vor der St. Johannikirche (mit zwölf Apostelsteinen aus Vangagranit). Ein Jahr später wurden ergänzend zwei Evangelisten (Löwe für Markus und Adler für Johannes) aufgestellt. 1992 entstand dann in der 31. Kontakt-Kunst-Aktion die Skulptur >Junia, der 13. Apostel ist eine Frau< (Schirmherrin: Dr. Jutta Ranke-Heinmann) mit dem Labyrithstein in der Mitte des Kirchplatzes.

1993 arbeiteten die beiden Bildhauer, unterstützt von Studentinnen und Studenten aus Polen, Ungarn, Rumänien und Deutschland an der Skulptur aus Carrara-Marmor mit dem Titel >Der GRENZSTEIN - das Symbol des Trennende als Zeichen der Verständigung…<. Gefördert wurde diese Aktion durch den Herrn Bundesaußenminister Dr. Klaus Kinkel, Bonn. Der Standort ist der ehemelige Bahndamm an der Gemarkungsgrenzen zwischen Bodenburg und Sehlem.

Im Rahmen der 34. Kontakt-Kunst-Aktion (1995) schufen Hans-OISEAU Kalkmann und Jens Kalkmann aus griechischem Marmmor unter der Beteiligung vieler Bürgerinnen und Bürger >Hinter dem Hagen< eine Wasserskulptur mit dem Namen >Das Dritte Ohr<. Dieser Brunnen ist die 6. Station des >Ökologischen Wasserlehrpfades Bodenburg<.

Im Zuge der notwendigen Erneuerung der Regenwasserleitung vom Wanneweg zum Kuckucksweg im Jahre 1997 stellte ich heraus, dass sich vor dem Haus Kirchstraße 21 ein zugeschütteter Brunnen befand. Karla Wolfram, bestätigte, dass sie als kleines Mädchen mit ihren Puppen oft auf dem Rand des Brunnens gespielt habe. Hans-OISEAU Kalkmann schlug deshalb vor, an dieser stelle wieder einen Brunnen aufzustellen, der dann in der 37. Kontakt-Kunst-Aktion aus schwedischem Granit geschlagen wurde. Er heißt jetzt wegen seiner Form die >Brunnen-Welle<

2004 war es dann endlich wieder einmal so weit und das Kontakt-Kunst-Zelt stand vor der Grundschule am Bruderstieg. Hier entstand in einer 6-wöchigen Aktion aus Granit die >MUND-SKULPTUR<: Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 4 konnten in dieser Zeit Reliefs aus Sandstein arbeiten, auf denen sie die Sinnesorgane des Menschen: Augen, Nase, Ohr, Hand und Mund darstellten. Diese Steinplatten sind als Linie in das Pflaster vor der Schule eingelegt.

Wasser

Der >Ökologische Wasserlehrpfad Bodenburg<
Der Flecken Bodenburg befindet sich in einer geologisch interessanten Situation, die im Oberoligozän entstand. Ihr verdankt der Ort seinen Wasserreichtum, der letztlich auch ein wichtiges Kriterium für den Bau der Burg an dieser Stelle war. Der Bildhauer Hans-OISEAU Kalkmann, der sich seit den 60er-Jahren mit Wasserphänomenen beschäftigt, griff nach seiner Wohnsitznahme in der alten Schule des Ortes die lokale Wassersituation auf und konzipierte den >Ökologischen Wasserlehrpfad Bodenburg<. Schirmherrin war die Umweltministerin des Landes Niedersachsen, Monika Griefahn, die den Pfad im Jahre 1995 einweihte. Der Pfad hat 17 Stationen und führt durch eine herrliche, abwechselungsreiche Landschaft. Jede Schautafel nimmt auf die Wassersitutation des Standortes Bezug. Ein Begleitheft mit 50 Seiten bietet die Gelegenheit, sich in die Wassersituation dieser Region zu vertiefen.

Der >Hagenbrunnen, oder: DAS DRITTE OHR<
Die >Brunnen-Welle<

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Juni 15, 2008 Von: Oliver Kube Kategorie: Bodenburg

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