Archive für ‘Braunschweig’
Fachwerkhaus 1590
Fachwerkhaus
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Fachwerkhaus im Braunschweiger Magniviertel rechts von der Kirche
Fachwerkhaus 1608
Fachwerkhaus 1645
Staatstheater Braunschweig
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Das Staatstheater Braunschweig ist ein Vierspartentheater in Braunschweig. Es zeigt jährlich etwa 30 Premieren in Schauspiel, Musiktheater (Oper, Operette, Musical) und Ballett sowie in der Kinder- und Jugendtheatersparte Junges Staatstheater. Es gibt keine Spielzeitpause, da seit Sommer 2003 auf dem Braunschweiger Burgplatz eine Open Air Bühne mit ca. 1200 Sitzplätzen aufgebaut und bespielt wird. Auch im Grossen und Kleinen Haus finden im Sommer spezielle Aufführungen im Block statt.
Geschichte
Das Staatstheater Braunschweig ist das älteste öffentliche Mehrspartentheater Deutschlands, seine Anfänge reichen bis ins Jahr 1690 zurück. Herzog Anton Ulrich von Braunschweig begründete das Opernhaus am Hagenmarkt. Das Theater war zunächst Spielstätte für Opern. Ab dem 18. Jahrhundert wurden auch Schauspiele aufgeführt, darunter zahlreiche Erstaufführungen, wie Emilia Galotti und Faust I. 1818 wurde die Bühne zum Nationaltheater erhoben. Das Opernhaus am Hagenmarkt wurde 1861 wegen Baufälligkeit geschlossen und 1864 abgerissen. Bereits 1861 zog das Theater an seine neue, wesentlich größere Spielstätte am Steinweg. Während des zweiten Weltkriegs wurden das “Große Haus” und die Kammerspiele im Grotrian-Steinweg-Saal weitgehend zerstört.
Das “Große Haus” wurde nach seiner Wiederherstellung am 25. Dezember 1948 mit einer Vorstellung von “Don Giovanni” wiedereröffnet. In den Kammerspielen in der Kant-Hochschule wurde vom 23. September 1945 bis zum 30. Juli 1949 gespielt. Am 16. Dezember 1949 wurde als Provisorium das “Kleine Haus” in der entfernteren Grünewaldstraße eröffnet. Das neue “Kleine Haus” wurde im März 1996 am Magnitorwall eröffnet, schräg gegenüber dem Großen Haus. Hier befindet sich auch die Spielstätte “U22″.
Das “Große Haus” wurde nach einer Grundinstandsetzung des Bühnenhauses am 15. Dezember 1990 wiedereröffnet.
Weitere Spielstätten sind die Stadthalle für Sinfoniekonzerte, und das als Theaterspielplatz gegründete und seit August 2006 umbenannte “Haus III” im Magniviertel.
Technische Daten
Das “Große Haus” hat 896 Sitzplätze und 60 Stehplätze. Die Portalbreite beträgt 12-12 Meter, die Portalhöhe max. 7,3 Meter. Bühnenraumtiefe: 19,5 Meter, Bühnenraumbreite: 23,5 Meter, die Schnürbodenhöhe beträgt 21,5 Meter.
Das “Kleine Haus” hat bei einer multifunktionalen Raumanordnung maximal 297 Plätze. Die Portalbreite beträgt 8-10 Meter, die Portalhöhe max. 7 Meter. Bühenraumtiefe: 9 Meter, Bühnenraumbreite: 12,5 Meter.
Eigentümer und Rechtsträger
Der Eigentümer ist das Land Niedersachsen, das Zuschüsse zahlt, an denen sich die Stadt Braunschweig beteiligt.
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Schlossarkaden
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Das Braunschweiger Schloss, auch Braunschweiger Residenzschloss genannt, auf dem Bohlweg im Zentrum der Stadt Braunschweig, war von 1753 bis zum 8. November 1918 die Residenz der Braunschweigischen Herzöge.
Der erste Bau wurde ab 1718 unter der Leitung Hermann Korbs errichtet. Nachdem dieses Gebäude 1830 niedergebrannt war, wurde unter Carl Theodor Ottmer bis 1841 ein zweiter Bau errichtet, der nach z. T. schweren Beschädigungen durch Luftangriffe während des Zweiten Weltkrieges aufgrund eines Beschlusses des Braunschweiger Stadtrates im Jahre 1960 vollständig abgerissen wurde. Auf der so entstandenen Brache wurde in der Folgezeit der Schlosspark angelegt, der wiederum aufgrund eines erneuten Beschlusses des Stadtrates aus dem Jahre 2004 im Frühjahr 2005 komplett beseitigt wurde, um auf dem so frei gewordenen Gelände bis zum Frühjahr 2007 ein großes Einkaufszentrum, die sogenannten „Schloss-Arkaden“, zu errichten, dessen Westseite zu großen Teilen aus einer originalgetreuen Rekonstruktion der Fassade des Ottmer-Baus besteht. Der Neubau des Schlosses wurden am 6. Mai 2007 offiziell der Öffentlichkeit übergeben.
Geschichte
Der „Graue Hof“
An der Stelle, wo Landbaumeister Hermann Korb ab 1718 das erste Schloss errichten ließ, befand sich seit dem Mittelalter der Stadthof, die innerstädtische Niederlassung der Zisterziensermönche, aus dem, östlich vor den Toren Braunschweigs gelegenen, Kloster Riddagshausen. Die Bezeichnung „Grauer Hof“ gaben ihm die Braunschweiger Bürger wegen der Farbe der Kleidung der dort lebenden Mönche.
Bis zum Jahre 1671, in dem die Stadt Braunschweig ihre Unabhängigkeit verlor, diente er als Quartier für die Welfen-Herzöge, wenn diese zu Besuch in Braunschweig waren („zu Besuch“ deshalb, weil ihre Residenz in Wolfenbüttel lag). Erste Planungen für den Neubau einer innerstädtischen Residenz der Herzöge begannen auf Weisung Herzog Anton Ulrichs unter Baumeister Korb um das Jahr 1715.
Das Schloss im 18. Jahrhundert
1718 schließlich begannen umfangreiche Neubaumaßnahmen auf dem Gelände des Grauen Hofes. Der größte Teil der alten Klostergebäude wurde abgerissen, und so entstand die erste Residenz der Herzöge in Braunschweig.
Der Mittelbau (Corps de Logis) verfügte über zwei Geschosse mit Mezzanin, das Erdgeschoss hatte die für Korb typischen Arkaden, innere Seitenflügel (Cour d’Honneur) um den rechteckigen Hof angeordnet, äußere Flügel waren trapezartig nach außen erweitert.
Während der Regierungszeit Herzog August Wilhelms wurden 1724 die inneren Flügel mit der Kapelle fertig gestellt. In den dreißiger Jahren des 18. Jahrhunderts begann man mit dem Mittelbau, und die Arbeiten am inneren Südflügel wurden beendet. Die Arbeiten am Mittelbau waren selbst um 1730 immer noch nicht abgeschlossen. So musste das Gebäude zunächst durch ein Notdach geschützt werden. Unter dem neuen Bauleiter Martin Peltier de Belfort wurde 1752/54 der äußere Nordflügel nach den Plänen des bereits 1735 verstorbenen Korbs ausgeführt.
Obwohl der Gesamtkomplex 1753 immer noch nicht fertig gestellt war, wurde die Residenz nun nach Braunschweig verlegt. Erst 1790 während der Regentschaft Herzog Karl Wilhelm Ferdinands wurde sie mit dem massiven Mittelbau unter Leitung von Hofbaumeister Christian Gottlob Langwagen in reinerem Klassizismus vollendet.
Während der Besetzung von Stadt und Herzogtum Braunschweig durch die Truppen Napoléons I. zwischen 1807 und 1813, gestaltete Peter Joseph Krahe schließlich das Gebäude für Jérôme Bonaparte, dem Bruder Napoléons und König des neu geschaffenen Königreiches Westfalen, zu dem Braunschweig gehörte, im Empire-Stil um.
Sowohl seine Blütezeit als auch seinen Untergang erlebte das Schloss unter Herzog Karl II
Die Braunschweiger Revolution von 1830
Am 7. September 1830 kam es zur Braunschweiger Revolution. Bürger und Landstände der Stadt und des Herzogtums rebellierten gegen Herzog Karl II., den sie wegen seiner Verschwendungssucht „Diamantenherzog“ nannten. Im Zuge dieser Revolution stürmte eine aufgebrachte Menschenmenge zunächst das umzäunte Gelände der Residenz und anschließend das Schloss, um dieses zu plündern und schließlich in Brand zu setzen. Ohne dass dabei sich in der Nähe befindliche Wohngebäude in Mitleidenschaft gezogen wurden, brannte das Gebäude bis auf die Grundmauern nieder. Der Diamantenherzog floh am selben Abend aus Braunschweig und kehrte nie wieder zurück. Sein Bruder Wilhelm folgte ihm als Regent.
Der Braunschweigische Hofbaumeister und Schinkelschüler Carl Theodor Ottmer erhielt daraufhin den Auftrag, ein neues Schloss zu planen und zu bauen. Am 26. März 1833 wurde der Grundstein für diesen Neubau gelegt. Der mit der Front nach Westen ausgerichtete, dreiflüglige, U-förmige Bau fand im Dezember 1837 einen ersten Abschluss mit der Vollendung der herzoglichen Privaträume im Nordflügel. Zwischen 1838 und 1840 wurden die Repräsentationsräume im Haupt- und Südflügel fertig gestellt, so dass das Gesamtgebäude am 21. März 1841 vollendet wurde. Im Gedenken an seinen Erbauer, der 1843 verstarb, wird das Braunschweiger Schloss auch „Ottmer-Bau“ genannt.
Ein erneuter Brand in der Nacht des 24. Februar 1865 aufgrund eines technischen Defektes zerstörte den Nordtrakt und beschädigte den nördlichen Teil des Hauptgebäudes schwer (auch die Braunschweiger Quadriga wurde dabei schwer in Mitleidenschaft gezogen). Bis 1868 rekonstruierte Baumeister Carl Wolf das Gebäude, wobei die Quadriga in etwas verkleinerter Form wieder an ihren angestammten Platz kam.
Die Braunschweiger Quadriga
Die nach einem Entwurf Ernst Rietschels ab 1855 gefertigte und den Mittelbau des Schlosses krönende Quadriga mit Brunonia, wurde vom Braunschweiger Erzgießer und Kupfertreiber Georg Howaldt gleich in zwei Exemplaren hergestellt. Sie war die einzige Quadriga in Deutschland, die den Zweiten Weltkrieg fast unversehrt überstanden hatte, obwohl keinerlei Maßnahmen zu ihrem Schutz während des Krieges ergriffen worden waren. Erst nach Kriegsende wurde sie durch Buntmetalldiebe zerstört. Ihre Reste wurden 1960 beim Abriss des Schlosses verschrottet. Im Zuge des Neubaus des Schlosses entstand in den Jahren 2006/2007 eine dritte Version der Quadriga auf Grundlage eines Originalmodells Rietschels, dass im Maßstab 1:3 in Dresden erhalten geblieben war.
Die Residenz zwischen 1884 und 1913
Nachdem Wilhelm, der letzte Welfen-Herzog, 1884 ohne legitimen Erben verstorben war, fiel die Regierung in Braunschweig zunächst an einen auswärtigen Regenten, da der Kaiser und auch Preußen die “Bundestreue” des rechtmäßigen Erben, Kronprinz Ernst-August von Hannover, nicht gewährleistet sahen, da dieser weiterhin seinen Anspruch auf das ehemalige Königreich Hannover aufrecht erhielt. So residierte zunächst Albrecht von Preußen bis zu seinem Tode und anschließend Johann Albrecht zu Mecklenburg (bis zum 1. November 1913) im Schloss.
Erst durch die Hochzeit Herzogs Ernst August III. mit Prinzessin Viktoria Luise von Preußen, der einzigen Tochter Kaiser Wilhelms II. und der damit verbundenen Aussöhnung zwischen Hohenzollern und Welfen, bestieg am 1. November 1913 ein letztes Mal ein Welfe den Braunschweiger Thron und zog wieder in das Braunschweiger Schloss ein.
Das Schloss im 20. Jahrhundert
Das Gebäude selbst blieb in dieser Zeit größtenteils unverändert erhalten und war bis zum 8. November 1918 Sitz des Hauses Braunschweig-Lüneburg. In der Folge der Novemberrevolution in Braunschweig wurde Herzog Ernst-August an jenem Tag zur Abdankung gezwungen und verließ Braunschweig kurz darauf mit seiner Familie, um zunächst ins österreichische Exil nach Gmunden zu gehen.
Um das Gebäude und v. a. auch dessen (historisch) wertvolles Inventar zu retten, wandelte man das Schloss um; so enthielt es u. a. das „Kleine Haus“ des Braunschweigischen Staatstheaters, das Naturhistorische Museum, Institute der Technischen Hochschule Braunschweig, eine Galerie für Moderne Kunst (gegründet von Otto Ralfs), eine Öffentliche Bücherei und die Landessteuerstelle.
Das Schloss als SS-Junkerschule
Aber auch dieser Zustand war nicht von langer Dauer, denn ab Juni 1937 beherbergte das Gebäude nach entsprechendem Innenumbau nur noch eine von zwei von den Nationalsozialisten in Deutschland geschaffenen SS-Junkerschulen zur militärischen und ideologischen Ausbildung bzw. Schulung späterer SS-Offiziere. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Schloss mehrfach bei Bombenangriffen beschädigt, 1944 sogar schwer, stand aber bei Kriegsende noch in seinen wesentlichen Bestandteilen.
Abriss des Schlosses
Schon bald nach dem Ende des Krieges entbrannte eine Debatte, was mit dem Schloss und dem dazugehörigen, angrenzenden Park geschehen solle. 1955 übereignete das neu gegründete Bundesland Niedersachsen als Rechtsnachfolger des Landes Braunschweig das Schloss – bzw. das, was die Bombenangriffe des Zweiten Weltkrieges davon übrig gelassen hatten – mit der Auflage an die Stadt Braunschweig, das Gebäude entweder binnen fünf Jahren wieder instand zu setzen oder aber abreißen zu lassen.
Große Teile der Braunschweiger Bevölkerung waren für den Wiederaufbau; so gab es bereits recht detaillierte Pläne, das Schloss zu einer Stadthalle mit Kinos und Restaurants umzubauen. Eine Bürgerinitiative sammelte Unterschriften, es gab Proteste des Braunschweigischen Landesvereins, der Fakultät für Bauwesen der Technischen Hochschule Braunschweig, der Kunstgeschichtlichen Gesellschaft aus Hannover und zahlreicher Anderer (so auch Herzogin Viktoria Luise), diese blieben letztlich jedoch erfolglos.
Der Streit zog sich fünf Jahre hin, da das Land Niedersachsen keine Verlängerung der Frist zuließ. Aufgrund der Situation im Nachkriegs-Braunschweig (Trümmerräumung noch nicht abgeschlossen, begrenzte Finanzmittel, fehlende Wohnungen, Verlegung und Neubau des Hauptbahnhofes) wurden lediglich Sicherungsmaßnahmen an der Bausubstanz des Schlosses durchgeführt, weitergehende Maßnahmen aber mit dem Hinweis auf Geldmangel nicht eingeleitet. Am 21. Dezember 1959 gelang es schließlich der in Braunschweig mit absoluter Mehrheit regierenden SPD unter Führung der damaligen Oberbürgermeisterin Martha Fuchs, mit einer Mehrheit von zwei Stimmen die Entscheidung des Rates der Stadt Braunschweig für den Abriss des Braunschweiger Schlosses herbeizuführen. Die Abrissarbeiten begannen am 18. März 1960 und fanden, trotz fortdauernder Proteste seitens der Bevölkerung, zügig ihren Abschluss. An der Stelle des abgerissenen Gebäudes wurde eine Erweiterung des Schlossparks durchgeführt.
Bei den Abrissarbeiten ließ man beim Portikus, im Gegensatz zu den meisten anderen Teilen, Rücksicht walten: Er wurde vorsichtig zerlegt, nummeriert und in einer Grube am Madamenweg eingelagert. Herausragende Teile wie Reste von Figuren wurden auf dem städtischen Bauhof an der Ludwigsstraße verwahrt, vier Säulenkapitelle wurden in einem Wasserbecken im späteren Schlosspark aufgestellt. Der Rest wurde auf das Gelände des Kleingartenvereins Holzenkamp am Madamenweg transportiert, wo sie bis auf Weiteres in einer 45 x 30 Metern großen Grube vergraben wurden. Von zahlreichen Personen wurde der Abriss als Verlust eines Ortes Braunschweiger Identität empfunden.
Befürworter des Abrisses, wie z. B. Martha Fuchs, sahen im Schloss eine Machtdemonstration der herrschenden Welfen, welche die Stadt nach mehreren gescheiterten Versuchen 1671 gegen hartnäckigen Widerstand der Bürgerschaft erobert hatten und als Residenz zentral ein dominierendes Gebäude errichten ließen. Nicht zuletzt trug wohl auch die jüngste Schlossvergangenheit als SS-Junkerschule dazu bei, diese Epoche durch den Abriss für beendet und beseitigt zu erklären.
Die Zeit nach dem Abriss
Nach Beendigung der Abrissarbeiten wurde auf dem Gelände des Schlosses und dem danebenliegenden Schlossgarten der Schlosspark angelegt, der ab 1963 als öffentlicher Park genutzt wurde. Er wurde 1973/74 erweitert und bekam 1976 mit dem Bau der Horten-Tiefgarage und dem Straßendurchbruch Georg-Eckert-Straße seinen noch heute typischen Grundriss.
Für viele war der Schlosspark – gerade im Sommer – ein gern angenommener Treffpunkt. Er bot neben Kinderspielplätzen auch Außenschach, sowie die Möglichkeit, mitten in der Innenstadt im Grünen zu sein. In den letzten 10 Jahren (vor seiner Beseitigung) entstand in einigen Teilen des Parks zunehmend eine Drogenszene.
Rekonstruktion, Neubau und „Schloss-Arkaden“
Am 5. Juli 2004 beschloss der Rat der Stadt Braunschweig mit einer Stimme Mehrheit die Errichtung eines Einkaufszentrums, die sogenannten „Schloss-Arkaden“, auf dem Schlossparkgelände durch den auswärtigen Großinvestor ECE Projektmanagement. Der Beschluss beinhaltete ebenfalls den Neubau des Schlosses in seinen originalen Abmessungen und unter Verwendung der wenigen noch vorhandenen Originalbauteile, die zu diesem Zeitpunkt noch über die ganze Stadt verteilt waren. Wie bereits vor dem Abriss des Originals, kam es auch im Vorfeld dieser Entscheidung sowie im Anschluss daran zu zahlreichen Protesten von Teilen der Bevölkerung, Bürgerinitiativen und Händlern, die zum einen die Zerstörung des Schlossparks kritisierten und zum anderen eine Verödung der Innenstadt auf Kosten ortsansässiger Unternehmen befürchten.
Eingeleitet wurden die Bauarbeiten am 18. Mai 2005 durch Fällung bzw. Rodung der 255 Parkbäume, der erste Spatenstich fand am 13. Juli 2005 statt, Richtfest war am 28. Juni 2006. Am 29. März 2007 wurden die „Schloss-Arkaden“ eröffnet. Das Bauprojekt umfasste auf drei Ebenen verteilt ca. 30.000 m² mit ca. 130 Geschäften sowie 20 Gastronomiebetrieben. Die Schlossfront, die unter Verwendung originaler Bauelemente, die allerdings nur den geringsten Teil des Gesamtmaterials ausmachen, rekonstruiert wurde, misst 116 m in der Breite und einschließlich der in Posen gegossenen dritten Version der Braunschweiger Quadriga 40 m in der Höhe, die zwei Seitenflügel je 60 m. Der Portikus und die Eckrisalite bestehen größtenteils aus Originalbauelementen des Ottmer-Baus und bilden neben den Haupteingängen zum neuen Kulturzentrum auch einen Zugang zum Einkaufszentrum.
13.300 m² des so rekonstruierten Schlosses werden von der Stadt für kulturelle Zwecke angemietet und sollen wie in den 1920er und 1930er Jahren Stadtbibliothek und Stadtarchiv, Kulturverwaltung und Kulturinstitut sowie ein Schlossmuseum aufnehmen. Am 6. Mai 2007 wurde der Gesamtkomplex offiziell der Öffentlichkeit übergeben, und erstmals konnten sich die Besucher bei Besichtigungen einen Eindruck der Räumlichkeiten verschaffen. Die endgültige und vollständige Möblierung der Räume und der Umzug der städtischen Institutionen erfolgen schrittweise ab dem 14. Mai 2007. Am 23. Juni wird die offizielle Eröffnung der Kultureinrichtungen stattfinden, aber bereits vorher werden im „Roten Saal“ die ersten Veranstaltungen stattfinden.
Die nach dem Krieg zwar beschädigten, aber erhalten gebliebenen und restaurierten Reiterstandbilder der Herzöge Karl Wilhelm Ferdinand und Friedrich Wilhelm werden von ihrem Interimsplatz an der Kurt-Schumacher-Straße wieder unmittelbar in die Nähe ihres ursprünglichen Standorts vor dem damaligen Schloss zurückversetzt. Ab dem 4. Juli 2007 sollen die Reiterstandbilder wieder vor dem rekonstruierten Neubau stehen.
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St. Katharinen
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Die Katharinenkirche in Braunschweig wurde Anfang des 13. Jahrhunderts als Pfarrkirche des Weichbildes Hagen errichtet. Die seit 1528 ev.-luth. Kirche dominiert die Ostseite des Hagenmarktes. Hauptpatronin ist die heilige Katharina von Alexandria, von deren Attributen – Schwert, Rad und Krone – sich das Rad im Wappen des Hagen wiederfindet.
Bau- und Nutzungsgeschichte
Der vermutlich auf eine Stiftung Herzog Heinrichs des Löwen († 1195) zurückgehende romanische Gründungsbau wurde zwischen 1200 und 1205 in enger Anlehnung an den Braunschweiger Dom und die Martinikirche in der Altstadt als Pfeilerbasilika begonnen. Mit dem Stadtrecht, der Jura et libertates Indaginis aus dem Jahre 1227 erhielten die Bürger des Hagen das Recht der Pfarrerwahl zu St. Katharinen. Der Umbau zu einer gotischen Hallenkirche wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts begonnen, worauf ein Ablass von 1252 hinweist. Dabei wurden die Seitenschiffe um das Doppelte erweitert und in der Höhe des Mittelschiffes eingewölbt. Das Westwerk und der Südturm wurden 1379 fertiggestellt, der Nordturm blieb durch die Abschaffung der Ablassgelder infolge der Reformation unvollendet.
Reformation und frühe Neuzeit
Im Jahre 1528 wurde die Reformation in Braunschweig eingeführt, womit auch die Katharinenkirche einen protestantischen Pfarrer erhielt. Bemerkenswert ist die aufwendige und kostspielige Ausstattung des Inneren (Fritzsche-Orgel 1623, Schulenburg-Epitaph 1621) zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges. Im 18. Jahrhundert bewarb sich der bekannte Komponist und Bachsohn Wilhelm Friedemann Bach bei Herzog Karl I. um das Organistenamt, wurde jedoch 1771 zugunsten eines Einheimischen abgewiesen.
19. – 20. Jahrhundert
Einer der Türme ging am 20. Februar 1815 nach einem Blitzschlag in Flammen auf. Das südliche Langhausportal wurde 1843 geschaffen. In den Jahren 1887 bis 1890 restaurierte Stadtbaurat Ludwig Winter das Kircheninnere. Nach Zerstörungen während des Zweiten Weltkriegs wurde 1946 mit der Wiederherstellung begonnen. Die Turmhelme und das Innere wurden 1957 bis 1958 erneuert.
In den Jahren 1974 bis 1978 wurde das nach Osten geneigte Westwerk durch den Braunschweiger Bauingenieur Klaus Pieper († 1995) stabilisiert, nachdem im Zuge der Errichtung der Tiefgarage unter dem Schlosspark der Grundwasserspiegel abgesenkt worden war und die hunderte Baumstämme, auf denen das Kirchengebäude wegen des ehem. sumpfigen Untergrundes errichtet ist, zusammenschrumpften. Der Ingenieur nutzte dazu ein seinerzeit neues Verfahren mittels Ölhydraulik, mit deren Hilfe ganze Wände verhoben werden konnten.
Eine Außenrestaurierung erfolgte zwischen 1987 und 1999. Dabei wurde die Natursteinfassade verputzt und in den Farben, die dem Elmkalkstein und dem Rogensandstein (Nußberg) nachempfunden sind, gestrichen. Die Verputzung hat viel Kritik erfahren. Nach Funden von Farbresten unter den sandsteinernen Gesimsen kann jedoch gesagt werden, dass die Katharinenkirche im Mittelalter ebenfalls verputzt und gestrichen war. Das Bruchsteinmauerwerk, in welchem wahllos Bruchsteine und sogar teilweise Ziegelstein verarbeitet wurde, war jedenfalls nicht als Sichtmauerwerk gebaut worden. Auch tritt die gotische Gliederung des Mauerwerks nach den erfolgten Maßnahmen besser hervor. Diese Maßnahmen wurden getroffen, nachdem einzelne Steine des Mauerwerks in den letzten hundert Jahren bis zu 10 cm an Dicke verloren hatten.
Baubeschreibung
Außenbau
Charakteristisch ist das Westwerk, das wie beim Braunschweiger Dom als Sächsischer Westriegel konzipiert war. Dem zunächst rein romanischen Unterbau folgt dann ein frühgotisches, weiteres Geschoss, auf der nächsten Ebene folgt dann das hochgotische Glockenhaus mit den spätgotischen Türmen. Durch die Reformation und die Abschauffung der Ablassgelder wurde der Bau nicht vollendet, der Nordturm blieb, wie bei der Andreaskirche, unvollendet.
Inneres
Zahlreiche alte Ausstattungsgegenstände, wie das 1488 datierte Kalksteinrelief Christus als Weltenrichter, befinden sich heute im Städtischen Museum. Aus der Zeit des 16. bis 18. Jahrhunderts sind mehrere Epitaphe und Grabdenkmäler erhalten.
Die Glasfenster mit biblischen Themen, u. a. Auferstehung und Der Baum des Lebens, schuf der bekannte Glasmaler Hans Gottfried von Stockhausen in den Jahren 1960 bis 1982.
Das Schulenburg-Epitaph
Nach dem Tod des Militärs Georg von der Schulenburg († 1619) veranlasste seine Witwe, Lucia von Veltheim († 1620), den Bau eines aufwendigen Epitaphs. Für eine vereinbarte Summe von 2000 Talern schuf der Braunschweiger Bildhauer Jürgen Röttger († 1623) zusammen mit dem Magdeburger Lulef Bartels einen vierstöckigen Epitaphlettner mit einer gestaffelten Schauseite aus Schiefer und Kalkstein. Die nach zeitgenössischen Gemälden entstandenen Alabasterreliefs und –figuren stammen von Bartels. Die beiden knienden Stifterfiguren wurden nahezu lebensgroß gestaltet und farbig gefasst. Im Jahre 1789 wurde die Schauwand an die westliche Stirnwand des südlichen Seitenschiffes umgesetzt. Das Schulenburg-Epitaph zählt zu den bedeutendsten Grabdenkmälern in Norddeutschland.
Die Orgel
Zwischen 1621 und 1623 entstand die Orgel durch Gottfried Fritzsche. Während des 19. und 20. Jahrhunderts erfolgten starke Veränderungen.
Im Jahre 1980 wurde durch die Hamburger Firma Beckerath eine neue Orgel unter Einbeziehung von sechs original erhaltenen Registern der alten Fritzsche-Orgel gebaut.
Das Geläut
Es sind drei Glocken aus den Jahren 1498, 1533 und 1656 erhalten, die 1987 durch zwei neuere ergänzt wurden.
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Braunschweig
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Braunschweig (niedersächsisch Brunswiek) ist eine Großstadt in Norddeutschland im Südosten des Bundeslandes Niedersachsen. Mit ca. 240.000 Einwohnern ist sie nach Hannover die zweitgrößte Stadt und eines der Oberzentren Niedersachsens.
Bis November 1918 war Braunschweig Residenz des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg. Nach der Abdankung des Herzogs war sie Hauptstadt des Freistaates Braunschweig bis zu dessen Auflösung und Aufgehen im neu geschaffenen Bundesland Niedersachsen im Jahre 1946. Bis zur Auflösung des Landkreises Braunschweig im Jahr 1974 war Braunschweig Sitz der Kreisverwaltung, gehörte als kreisfreie Stadt dem Landkreis jedoch selbst nicht an. Vor der Auflösung der Bezirksregierungen in Niedersachsen zum 31. Dezember 2004 war Braunschweig auch Sitz der Bezirksregierung des gleichnamigen Regierungsbezirks. Die Stadt ist Sitz des Oberlandesgerichts.
Braunschweig ist Teil der am 20. April 2005 gegründeten und von der deutschen Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) offiziell anerkannten Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen.
Am 28. März 2006 verlieh der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft Braunschweig den Titel „Stadt der Wissenschaft“ des Jahres 2007.
Geografie
Braunschweig liegt zwischen dem Nordrand der deutschen Mittelgebirge mit ihren schwach hügeligen Ausläufern und dem Übergang zum Norddeutschen Tiefland, in einem Alluvialtal auf zum Teil brüchigen, ehemals sumpfigen Böden zu beiden Seiten des Flusses Oker. Im Süden wird die Oker durch ein Wehr gestaut und umfließt den Stadtkern westlich und östlich in zwei Umflutgräben, die sich im Nordwesten der Stadt wiedervereinigen. Durch zwei weitere Wehre wird der Wasserstand im Stadtgebiet reguliert. Weitere Gewässer sind die Wabe und Mittelriede, die in Braunschweig in die Schunter münden.
Das Stadtgebiet erstreckt sich über eine Fläche von 192 km², umschlossen von einer Stadtgrenze mit einer Länge von 98 km. Die Nord-Süd Ausdehnung beträgt 19,1 km und die West-Ost Ausdehnung 15,7 km. Das innere Stadtgebiet befindet sich auf einer mittleren Höhe von 70 m über Normalnull. Die höchste Erhebung bildet der Geitelder Berg mit einer Höhe von 111 m über Normalnull, die tiefste Stelle ist eine alte Okerschleife mit 62 m über NN im Nordosten.
Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Braunschweig. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt: Lehre (Landkreis Helmstedt), Cremlingen, Sickte (Samtgemeinde Sickte) und Wolfenbüttel (alle Landkreis Wolfenbüttel), Salzgitter (Kreisfreie Stadt), Vechelde und Wendeburg (Landkreis Peine) sowie Schwülper, Vordorf und Meine (alle Samtgemeinde Papenteich, Landkreis Gifhorn).
Nächstgelegene Großstädte sind Wolfsburg, etwa 26 km nordöstlich, Hannover, etwa 56 km westlich und Magdeburg, etwa 80 km östlich von Braunschweig.
Klima
Braunschweig liegt innerhalb der gemäßigten Breiten im Übergangsbereich zwischen ozeanisch und kontinental geprägten Gebieten.
Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 8,8 °C, die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit 79 %. Es gibt im Jahr wesentlich mehr Frosttage (Tiefsttemperatur unter 0 °C, 74 Tage) als Sommertage (Höchsttemperatur über 25 °C, 25 Tage). In durchschnittlich 189 Tagen mit Niederschlag fallen im Jahr insgesamt 618 mm Regen.
Sprache
Zum Teil wird von der Bevölkerung noch das Brunswieker Platt gesprochen. Als anerkannte Minderheitensprache nach der Europa Charta heißt es offiziell Ostfälisch. Das mundartlich gefärbte Hochdeutsch der Braunschweiger Region nennt man Braunschweigisch. Allgemein gilt das in der Region Braunschweig/Hannover gesprochene Hochdeutsch allerdings als bundesweit am reinsten.
Geschichte
Vorgeschichte und Sächsische Besiedlung
Die ältesten Funde im Braunschweiger Land haben ein Alter von bis zu 270.000 Jahren (die Schöninger Speere). Aber auch im Stadtgebiet selbst, insbesondere in der Umgebung des heutigen Stadtteils Wenden, wurden Funde aus der Jungsteinzeit, der Bronze- und der Eisenzeit gemacht, die auf eine sehr frühe erste Besiedlung hindeuten.
In germanischer Zeit war das heutige Braunschweiger Land wahrscheinlich Siedlungsgebiet der Cherusker und der Angrivarier, evtl. auch der Elbgermanen. Diese wurden jedoch alle nach und nach unterworfen, vertrieben oder schlossen sich dem Sachsenbund an. Die Sachsen waren ab etwa 500 n.Chr. auch die dominierende Macht im Braunschweiger Land, und seit dieser Zeit sind auch sächsische Siedlungen nachweisbar. Unklar ist, ob zu dieser Zeit bereits ein Dorf an der Stelle des heutigen Braunschweigs bestand, welches dann im Laufe der Sachsenkriege zerstört wurde.
Stadtgründung und Mittelalter
Großen Einfluss auf die Stadtgründung und Entwicklung hatte der die Stadt durchfließende Fluss Oker. Dieser stellte seit etwa 800 n.Chr. die Grenze zwischen den Bistümern Halberstadt und Hildesheim dar und begünstigte durch eine für den Handel wichtige Furt die Entwicklung der Stadt. Auf beiden Seiten der Oker entstanden wahrscheinlich schon im 9. Jahrhundert die Siedlungen Brunswik und Dankwarderode. Der Legende der Braunschweigischen Reimchronik zufolge soll die erste Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Braunschweig im Jahre 861 gegründet worden sein. Da die Seriosität dieser Quelle jedoch stark umstritten ist, wird das Jahr 1031 aufgrund einer Weiheurkunde der Magnikirche als Gründungsjahr angenommen.
Seit dem 10. Jahrhundert stellten die Brunonen, Nachfahren des sagenhaften Stadtgründers Brun(o), die Herrscher Braunschweigs. Über die Nichte Richenza von Northeim des Brunonen Ekbert II. und deren Enkelin Gertrud von Süpplingenburg ging die Stadt Braunschweig und das gesamte Herzogtum Sachsen schließlich 1142 an Heinrich den Löwen.
Unter Einfluss Heinrich des Löwen, Herzog von Sachsen und Bayern, entwickelte sich Braunschweig zu einer mächtigen Stadt, welche Heinrich zu seiner Residenz ausbaute. Er baute die Burg Dankwarderode aus und ließ den Braunschweiger Dom errichten. Heinrich erlangte soviel Macht, dass er den Löwen zu seinem Wappentier wählte und einen Bronzelöwen auf dem Burgplatz aufstellen ließ. Seitdem ist der Löwe das Wahrzeichen und Wappentier der Stadt.
Freie und Hansestadt Braunschweig
Auch das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg geht auf Heinrich den Löwen zurück und war Teil des Landes der Welfen. Namensgebend waren die beiden größten Städte Braunschweig und Lüneburg. Bereits 1267/69 kam es zur Teilung des Herzogtums in die Fürstentümer Lüneburg und Braunschweig. Die Stadt Braunschweig blieb gemeinsames Herrschaftsgebiet, aber auch Residenz der Braunschweiger Linie.
1432 erhielt Braunschweig seine städtische Unabhängigkeit, nachdem die Landesherren ihre Residenz aufgrund zunehmender Spannungen mit der Braunschweiger Stadtbevölkerung ins nahe Wolfenbüttel verlegten. Braunschweig galt neben Paris und Gent als eine der unruhigsten Städte des spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Europas, da immer wieder Verfassungskonflikte durch revolutionäre Bürgerunruhen, die Braunschweiger Schichten, ausgetragen wurden.
Wirtschaftlich entwickelte sich Braunschweig durch seine günstige Lage an der Oker, die ab Braunschweig auch schiffbar war. Hierdurch entwickelte sich Braunschweig auch zu einer wichtigen Handelsstadt, was ab Mitte des 13. Jahrhunderts auch zur Mitgliedschaft in der Hanse führte. Nach dem Beschluss des Hansetages 1494 teilte die Hanse statt in drei (Dritteln) nun in vier (Quartiere) Machtblöcke. Braunschweig führte daraufhin das sächsische Quartier und damit die mitteldeutschen Städte des sächsischen Städtebundes an. Braunschweig gehörte 1669 zu den letzten neun in der Hanse verbliebenen Städten.
1671 eroberte eine geeinte Streitmacht der Welfen-Fürsten die Stadt Braunschweig und stellte sie wieder unter die Herrschaft des Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel. Damit war die Epoche der freien Stadt Braunschweig beendet. 1753 wurde auch der Residenzsitz zurück nach Braunschweig in das neugebaute Braunschweiger Residenzschloss verlegt. Über 4000 Personen folgten der Herzoglichen Familie und siedelten ebenfalls nach Braunschweig über.
Braunschweig im 19. Jahrhundert
Nach dem Frieden von Tilsit (1807) und der Schaffung des Königreiches Westfalen durch Napoléon Bonaparte wurde die Stadt Braunschweig von den Franzosen besetzt und zur Hauptstadt des Département Oker bestimmt. Bereits 1813 zogen Braunschweigische Truppen unter Führung des Generalmajor Johann Elias Olfermann in der Stadt ein und stellten für Herzog Friedrich Wilhelm das Herzogtum Braunschweig wieder her. Durch den Wiener Kongress im folgenden Jahr wurde dies bestätigt und die Stadt zunächst der Kreisdirektion Wolfenbüttel zugeteilt.
1825 erhielt die Stadt Braunschweig den Status einer landesunmittelbaren Stadt. 1833 wurde die Stadt Sitz einer eigenen Kreisdirektion, aus der später der Landkreis Braunschweig hervorging, bevor sie 1850 erneut landesunmittelbar wurde. Ab 1870 gehörte die Stadt endgültig zur Kreisdirektion Braunschweig. Nachdem das Herzogtum 1866 im Deutschen Krieg auf der Seite Preußens stand, wurde 1871 aus dem Herzogtum ein Bundesstaat des Deutschen Reiches. Infolge des Todes des letzten Welfenherzogs wurde Braunschweig bis 1913 durch einen Regentschaftsrat regiert.
Weimarer Republik
Ebenso wie im Rest des Deutsche Kaiserreich kam es gegen Ende des Ersten Weltkrieges in Braunschweig zu einer wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krise, die zur Novemberrevolution in Braunschweig führte. Nachdem am 8. November 1918 August Merges die Abdankung des letzten Herzogs erzwang, übernahm ein Arbeiter- und Soldatenrat die politische Führung und rief die „Sozialistische Republik Braunschweig“ unter Führung des Präsidenten August Merges aus.
Die Lage in der Stadt Braunschweig spitzte sich zu, als die Spartakisten am 9. April 1919 einen Generalstreik ausriefen. Der Streik führte dazu, dass die Züge nicht mehr abgefertigt wurden und damit der wichtige Ost-West-Verkehr blockiert wurde. Die Folge war ein Rückstau, der in ganz Deutschland ein Verkehrschaos auslöste. Ab dem 11. April kam das öffentliche Leben in der Stadt zum Erliegen. Um Recht und Ordnung wieder herzustellen, verhängte die Reichsregierung den Belagerungszustand über die Stadt und den Freistaat Braunschweig. Am 17. April rückten 10.000 Mann der Freikorps-Truppen in der Stadt ein und übernahmen die Stadt friedlich. Nach der Bildung einer neuen Regierung durch den Braunschweiger Landtag konnten die Truppen Braunschweig bereits im Mai wieder verlassen.
Braunschweig im Nationalsozialismus
In Folge der durch die Hyperinflation ausgelöste Teuerungswelle, Arbeitslosigkeit und Armut kam es 1922 zu schweren Unruhen in der Stadt. Politisch gewann seit 1923 die NSDAP immer mehr an Einfluss und zog bereits ein Jahr später in den Braunschweiger Landtag. 1931 kam es in Anwesenheit Adolf Hitlers zu einem Aufmarsch von 100.000 SA-Leuten vor dem Braunschweiger Schloss. Obwohl die Bevölkerung der Stadt Braunschweig eher proletarisch geprägt war, gelang der NSDAP bereits 1930 eine Regierungsbeteiligung im Freistaat Braunschweig, welche für die Einbürgerung Adolf Hitlers verantwortlich ist.
Unter dem Kabinett Klagges kam es bereits 1933 zu einer brutalen Verfolgung von politischen Gegnern und andere unerwünschte Personengruppen. Besonders bedeutsam sind in diesem Zusammenhang die Rieseberg-Morde vom 4. Juli 1933. Klagges Ziel war dabei der Aufbau eines nationalsozialistischen Musterstaates zur Festigung seiner eigenen Position. Hierzu errichtete er Mustersiedlungen wie Lehndorf, holte wichtige nationalsozialistische Institutionen wie die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt oder eine SS-Junkerschule in die Stadt und baute Braunschweig zu einem Rüstungszentrum des Dritten Reiches aus.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt Braunschweig wiederholten Bombenangriffen ausgesetzt, wobei etwa 90% der Innenstadt zerstört wurde. Nach 40 bereits geflogenen schweren Angriffen erfolgte mit dem Bombenangriff auf Braunschweig am 15. Oktober 1944 der schwerste Angriff. Ein intensives Flächenbombardement durch die No. 5 Bomber Group (5. Bombergruppe) der Royal Air Force (RAF) mit 200.000 Phosphor-, Brand- und Sprengbomben löste einen 2½ Tage wütenden Feuersturm aus. 23.000 Menschen waren durch den Feuersturm in Bunkern gefangen und konnten nur durch die Initiative der Braunschweiger Feuerschutzpolizei gerettet werden. Über 1000 Menschen kamen alleine bei diesem Angriff ums Leben. Insgesamt wird von etwa 3500 Bombenopfern durch alle Angriffe und deren direkte Folgewirkungen (wie Blindgänger, Tote bei Bombenräumungen) ausgegangen, wobei fast die Hälfte der Toten Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge waren.
Die Entstehung des heutigen Braunschweig
Braunschweig gehörte nach dem Krieg zu den am stärksten zerstörten Städten in Deutschland. Die Trümmerräumung dauerte 17 Jahre, bis diese 1963 offiziell für beendet erklärt wurde. Durch den akuten Bedarf an Wohnraum schritt der Wiederaufbau in den 1950/60ern schnell voran. Da die Innenstadt nahezu vollständig zerstört war, entwarfen Stadt- und Raumplaner eine neue, moderne autogerechte Stadt. Hierzu wurden erheblich in den Restbestand der gewachsene Stadtstruktur eingegriffen und auch noch bestehende, vom Krieg nur sehr wenig in Mitleidenschaft gezogene Stadtviertel umgebaut. Dies beinhaltete auch den weiteren Abriss historischer Gebäude, die Verlegung des Bahnhofs und die Neuanlage großer Einfallstraßen ohne Rücksicht auf bestehende Strukturen. Diese Maßnahmen prägen das Stadtbild bis heute.
Zu den abgerissenen Gebäuden gehörte auch das stark beschädigte Braunschweiger Schloss. Eine Rekonstruktion des Schlosses im Rahmen eines Einkaufszentrums war bestimmendes lokalpolitisches Thema zu Beginn des neuen Jahrtausends.
Wappen, Farben & Wahrzeichen der Stadt Braunschweig
Wappen
Gemäß der Hauptsatzung der Stadt Braunschweig vom 11. Dezember 2000 gilt bzgl. des Wappens Folgendes:
„Die Stadt führt als Wappen im silbernen Schilde einen steigenden links (heraldisch rechts) gewendeten roten Löwen mit weißen Zähnen, roter Zunge und schwarzen Krallen. Die Schildbreite verhält sich zur Schildhöhe wie 6 : 7. Für die heraldische Gestaltung des Wappens ist der Wappenbrief vom 15. Oktober 1438 maßgebend.“
Dieses Stadtwappen ist seit mindestens 1366/67 bekannt und seither – lediglich mit einigen stilistischen Veränderungen – in Gebrauch. Es wurde von König Albrecht II. im o. g. Wappenbrief vom 1438 bestätigt. Neben der Gesamtstadt führen auch die fünf Weichbilde Altewiek, Altstadt, Hagen, Neustadt und Sack eigene Wappen, die sämtlich Variationen des Löwenmotivs zeigen.
Farben
Weiter führt die Hauptsatzung bzgl. der Farben der Stadt aus:
„Die Farben der Stadt sind Rot und Weiß. Die Stadtflagge zeigt in gleichbreiten Querstreifen oben die Farbe Rot und unten die Farbe Weiß.“
Neben dem im Wappenbrief enthaltenen Wappen, zeigt dieser auch die Farben der Stadt. Neben dieser offiziellen Stadtflagge führen allerdings die fünf Weichbilde, die Bürgergarde und die Stadtverwaltung eine Vielzahl weiterer (eigener) Flaggen, die, gleich dem Wappen, wiederum Variationen des Löwenmotivs abbilden.
Wahrzeichen
Der Braunschweiger Löwe ist das Wahrzeichen Heinrichs des Löwen, der die Stadt im Mittelalter zu einem bedeutenden Gemeinwesen ausbaute. So wurde der Löwe auch zum Wahrzeichen Braunschweigs. Auf der wahrscheinlich um 1300 entstandenen Ebstorfer Weltkarte ist Braunschweig mit dem Löwenstandbild und darüberstehend „Leo“ eingezeichnet – so bekannt war der Braunschweiger Löwe bereits damals. Die heutige offizielle Festlegung als Wahrzeichen der Stadt erfolgte erst 1953 in der Hauptsatzung der Stadt.
Als „inoffizielles“, aber ebenfalls sehr altes Wahrzeichen der Stadt Braunschweig, gelten die Türme der Andreaskirche, die von alters her schon von weitem den Weg nach Braunschweig wiesen.
Sehenswürdigkeiten
Braunschweig beherbergt 18 Stiftungen, die älteste, die Braunschweigs Stiftung, stammt aus dem Jahre 1794 und ist noch heute tätig. Ein Stiftungsgründung der jüngsten Vergangenheit stammt aus dem Jahre 2003: Die Bürgerstiftung Braunschweig hat sich zum Ziel gesetzt, soziale und kulturelle Aktivitäten zu fördern.
Bauwerke
Durch die weitgehende Zerstörung der Braunschweiger Innenstadt durch zahlreiche Luftangriffe während des Zweiten Weltkrieges, insbesondere den Luftangriff vom 15. Oktober 1944, sind in der ehemals größten Fachwerkstadt Deutschlands nur wenige alte Gebäude und Straßenzüge in ihrer ursprünglichen Form erhalten geblieben.
Traditionsinseln
Unzerstörtes oder Wiederaufgebautes findet sich heute vor allem innerhalb der fünf „Traditionsinseln“ der Innenstadt: Rund um den Dom, die Aegidienkirche, Magnikirche (Magniviertel), Martinikirche und um die Michaeliskirche. Die „Traditionsinseln“ wurden schon kurz nach dem Krieg vom damaligen Landeskonservator Kurt Seeleke ins Leben gerufen und genießen seit 1963 gesetzlichen Schutz.
Die „Traditionsinsel“ um den Dom umfasst vor allem den Burgplatz mit Braunschweigs Wahrzeichen, dem Braunschweiger Löwen, dessen Original sich seit 1989 zum Schutz vor schädlichen Umwelteinflüssen in der Burg Dankwarderode befindet. Um das Standbild gruppieren sich nach Burg und Dom das Braunschweigische Landesmuseum, das Huneborstelsche Haus und das „von Veltheimsche Haus“. Hinter dem Dom liegen die Stiftsherrenhäuser aus dem 15. Jahrhundert.
Ähnliche „Inseln“ bilden der Altstadtmarkt mit dem Altstadtrathaus, dem Gewandhaus und dem Stechinelli-Haus und der in seiner Nähe befindliche Kohlmarkt mit zahlreichen interessanten Gebäuden aus verschiedenen Jahrhunderten.
Kirchen
Zu den ältesten Kirchenbauten zählen unter anderem die Jakobskirche aus dem 9. Jh. und die Magnikirche aus dem 11. Jh., in deren Stiftungsurkunde Braunschweig erstmals urkundlich erwähnt wurde. Weitere bedeutende Kirchen des Mittelalters sind der Dom, die Bartholomäuskirche, die Michaeliskirche, die Petrikirche und die Pfarrkirchen St. Martini, St. Katharinen und die 91 Meter hohe Andreaskirche, einem der immer noch höchsten Bauwerke der Stadt. Bekannte Kirchen aus der neuen Zeit sind die Jakobikirche und die neogotischen Kirchen St. Johannis und St. Pauli.
Die Aegidienkirche, die Brüdernkirche und das Kloster Riddagshausen sind die bedeutendsten Klosterbauten der Stadt.
Gebäude durch die Jahrhunderte
Aus den letzten fast 600 Jahren stammen die Liberei, das Achtermannsche Haus, Schloss Richmond, das in den Jahren 2005 bis 2007 neu errichtete Braunschweiger Schloss und das Haus Ritter St. Georg. Weitere bemerkenswerte Gebäude sind das Neustadtrathaus, das „Haus Salve Hospes“, das Haus zum goldenen Stern, der Alte Bahnhof und der Wasserturm auf dem Giersberg.
Akzente moderner Architektur wurden 1960 mit dem Empfangsgebäude des Braunschweiger Hauptbahnhofes, sowie dem im Jahr 2000 davor errichteten Nahverkehrsterminal gesetzt. Das 1999 gebaute Rizzi-Haus entfachte kontroverse Diskussionen. Ein weiteres Beispiel moderner Architektur ist das gläserne Bibliotheksgebäude der Hochschule für Bildende Künste aus dem Jahr 2002.
Das höchste Wohngebäude der Stadt ist das 22-geschössige Hochhaus am Schwarzen Berge mit 66 m, der Fernmeldeturm im Stadtteil Broitzem erreicht die Höhe von 155 m. Überragt wird die Stadt vom höchsten und weit sichtbarem Gebäude, dem Schornstein des Heizkraftwerks Mitte mit einer Gesamthöhe von 198 m.
Bedeutende Denkmale
Über die Stadt verstreut finden sich zahlreiche Denkmale, Standbilder, Reliefe, Gedenksteine, und -tafeln, die im Laufe der Jahrhunderte zu unterschiedlichen Anlässen aufgestellt wurden. Einige dieser Werke sind allerdings mittlerweile aus verschiedenen Gründen (meist aufgrund von Kriegseinwirkung) nicht mehr vorhanden. Die zweifellos kunsthistorisch und stadtgeschichtlich wichtigsten Werke sind auch gleichzeitig die ältesten:
Das nach seinem Erschaffer benannte „Imervard-Kreuz“ im Braunschweiger Dom gilt als eine der bedeutendsten romanischen Skulpturen auf deutschem Boden. Bei der Holzskulptur handelt es sich um ein Viernagelkreuz aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Wenige Meter weiter in der Burg Dankwarderode befindet sich der Braunschweiger Löwe. Er ist die älteste erhaltene Großplastik des Mittelalters nördlich der Alpen und erster größerer figürlicher Hohlguss seit der Antike.
Das Grabmal Heinrichs des Löwen und seiner zweiten Gemahlin Mathilde von England ist ebenfalls außergewöhnlich, da es zu den ersten Grabmälern gehört, bei denen ein naturalistischer Stil Einzug hielt.
Theater
Das Staatstheater Braunschweig ist ein staatliches Vierspartentheater in Braunschweig. Es zeigt jährlich etwa 30 Premieren in Schauspiel, Musiktheater (Oper, Operette, Musical) und Ballett sowie in der Kinder- und Jugendtheatersparte Junges Staatstheater. Die Ursprünge des Staatstheaters gehen auf ein Vorgängerhaus zurück, das 1690 von Herzog Anton Ulrich von Braunschweig begründet wurde. Das Herzogliche Opernhaus stand bis 1864 am heutigen Hagenmarkt, hier fanden bedeutende Uraufführungen, wie Lessings Emilia Galotti im Jahr 1772 und Goethes Faust I im Jahr 1829, statt.
Weitere Theater sind: Figurentheater fadenschein, Komödie am Altstadtmarkt, LOT Theater, „Mutabor“, ein 1994 gegründetes Schülertheater, das Niederdeutsche Theater, Premiere Amateurtheater Braunschweig, Studio Bühne Braunschweig, Theater Fanferlüsch und das Theater Zeitraum.
Museen
Das wohl bedeutendste Museum Braunschweigs ist das Herzog Anton Ulrich-Museum, das auf das Jahr 1754 zurückgeht und kunsthistorisch auch internationale Bedeutung hat. Zugleich ist es nach dem nur ein Jahr älteren British Museum in London das zweitälteste öffentlich zugängliche Museum der Welt.
Im Vieweg-Haus am Burgplatz befindet sich das Braunschweigische Landesmuseum, kurz BLM. Es wurde 1891 als „Vaterländisches Museum für Braunschweigische Landesgeschichte“ in der Straße Hagenscharrn gegründet und ist das einzige Geschichtsmuseum in der Trägerschaft des Landes Niedersachsen. Auch die Ausstellung in der gegenüber liegenden Burg Dankwarderode gehört zu diesem Museum. Die Außenstelle des BLM im Chor des Paulinerklosters aus der Mitte des 12. Jahrhunderts beherbergt das älteste jüdische Museum der Welt.
Das 1865 eröffnete Städtische Museum am Magnitor zeigt die Geschichte der Stadt Braunschweig; zu ihm gehören auch die Formsammlung und die Friedrich-Gerstäcker-Gedächtnisstätte.
Weitere Museen Braunschweigs sind:
Eisenbahnmuseum;
Gedenkstätte KZ-Außenlager Schillstraße;
Friedrich-Gerstäcker-Museum, gegründet 1982;
Grammophon-Museum „Harmonie“, gegründet 1998;
Haus Salve Hospes, Kunstverein Braunschweig e. V.;
Landtechnik-Museum Braunschweig, Gut Steinhof;
Mineralien-Kabinett der Technischen Universität Braunschweig, gegründet 1978;
Museum für Photographie, gegründet 1984;
Naturhistorisches Museum, hervorgegangen aus dem 1754 von Herzog Karl I. eröffneten Kunst- und Naturalienkabinett;
Raabe-Haus, Wilhelm Raabes letztes Wohnhaus, als Gedenkstätte 1948 gegründet;
Zisterziensermuseum Riddagshausen in einem früheren Kloster.
Freizeit
In der Stadthalle und in der Volkswagen Halle finden regelmäßig Konzerte, Messen oder sportliche Veranstaltungen statt.
Braunschweig verfügt über einen kleinen Zoo, dem Arche Noah Zoo Braunschweig. In der 1964 eröffneten Anlage werden 300 Tiere aus 50 Arten in naturnahen Gehegen gehalten. Der Park ist im Familienbesitz und hat einen Schwesterzoo nur etwa 15 km entfernt, den Tierpark Essehof in Lehre.
Regelmäßige Veranstaltungen
Braunschweiger Karneval
Der am Sonntag vor Rosenmontag stattfindende Braunschweiger Karnevalsumzug ist der größte Norddeutschlands und der viertgrößte in ganz Deutschland, im Jahr 2005 zog er über 250.000 Besucher an. Seit einiger Zeit wird versucht, dieses Karnevalstreiben historisch zu „untermauern“, indem eine Verbindung zum Schoduvel hergestellt wird. Das mittelniederdeutsche Wort „Schoduvel“ bedeutet soviel wie „Maske, Larve, (Teufels-)Antlitz“, evtl. auch „Scheuchteufel“ oder „etwas, womit man den Teufel verscheucht“. Dabei handelte es sich um eine mittelalterliche Form des Karnevals, die erstmalig 1293 im Braunschweiger Stadtbuch Erwähnung fand. Eine seitdem durchgehende Karnevalskultur gab es in Braunschweig jedoch nicht.
Veranstaltungen im Sommer
An Pfingsten findet traditionell der Mittelalterliche Markt auf dem Burgplatz statt, der vom Verein Kramer, Zunft & Kurtzweyl organisiert wird.
Im Juli findet mit dem Sommerlochfestival - CSD Braunschweig seit 1996 das mittlerweile zweitgrößte Event lesbischer, schwuler, bi- und transsexueller Kultur und Politik in Norddeutschland statt. Ebenfalls im Juli wird das beliebte Wolters Hoffest ausgetragen, das sich über ein ganzes Wochenende erstreckt und mit viel Bier und Live-Bands erfreut.
Seit 1999 findet jährlich das Internationale Sommerspektakel Braunschweig, zu dem Straßentheatergruppen aus Europa in Braunschweig gastieren, statt. Die Braunschweiger Kulturnacht wurde erstmalig 1994 angeboten und bietet seitdem alle zwei Jahre kulturelle Veranstaltungen in der gesamten Innenstadt.
Regelmäßig zur Sommerferienzeit wird für Kinder und Jugendliche das Programm Ferien in Braunschweig (FiBS) mit ca. 150 Aktivitäten in und um Braunschweig angeboten.
Seit 1973 findet alljährlich am ersten Wochenende im September das Magni-Fest im Magniviertel statt.
Braunschweiger Weihnachtsmarkt
Überregional bekannt ist der Braunschweiger Weihnachtsmarkt, der eine über 300-jährige Tradition hat. Aufgrund des baulichen Umfeldes, der sogenannten „Traditionsinsel“ rund um den Burgplatz, die Burg Dankwarderode und den Braunschweiger Dom, wurde der Markt bereits mehrfach zum schönsten Weihnachtsmarkt Norddeutschlands gekürt.
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