Archive für ‘Gifhorn’

Griechische Mühle Mykonos

Mai 25, 2008 Von: Oliver Kube Kategorie: Gifhorn

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Griechische Mühle Mykonos

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Bei einer Museumserweiterung 1987 entstand auf einer künstlichen Insel auf dem Gelände ein Nachbau einer Windmühle von der griechischen Kykladeninsel Mykonos. Die Mühle stellt eine weiße Turmmühle mit Spitzdach und zwölf Segelflügeln dar.

Das Internationale Wind- und Wassermühlenmuseum in Gifhorn (Niedersachsen) ist mit seinen Mühlen eine weltweit einzigartige Einrichtung. Auf einem ca. 16 ha großen Freigelände des Museums befinden sich derzeit 16 originale oder originalgetreu nachgebaute Mühlen aus 12 verschiedenen Ländern mit zahlreichen bedeutsamen originalen Gegenständen des Mühlen- und Müllereiwesens. Die Museumsanlage ist verkehrsgünstig in der Nähe des Kreuzungspunktes der Bundesstraßen B 4 und B 188 gelegen. Das Museum ist Station 65 der Niedersächsischen Mühlenstraße.

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Internationales Wind- und Wassermühlen-Museum

Mai 25, 2008 Von: Oliver Kube Kategorie: Gifhorn

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Internationales Wind- und Wassermühlen-Museum

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Das Internationale Wind- und Wassermühlenmuseum in Gifhorn (Niedersachsen) ist mit seinen Mühlen eine weltweit einzigartige Einrichtung. Auf einem ca. 16 ha großen Freigelände des Museums befinden sich derzeit 16 originale oder originalgetreu nachgebaute Mühlen aus 12 verschiedenen Ländern mit zahlreichen bedeutsamen originalen Gegenständen des Mühlen- und Müllereiwesens. Die Museumsanlage ist verkehrsgünstig in der Nähe des Kreuzungspunktes der Bundesstraßen B 4 und B 188 gelegen. Das Museum ist Station 65 der Niedersächsischen Mühlenstraße.

Museumsvorgeschichte

Die Geschichte des Mühlenmuseums ist eng verbunden mit ihrem Gründer und Besitzer Horst Wrobel. 1965 entdeckte er bei einem Ausflug zum Elm in Abbenrode eine alte Bockwindmühle, die noch in Betrieb war. Horst Wrobel baute die Mühle im Maßstab 1:25 nach und sammelte danach sämtliches Material über Wind- und Wassermühlen. 1974 richtete er in Suhlendorf ein privates Museum mit seinen bis dahin nachgebauten Mühlenmodellen ein. Um eine Einrichtung im größeren Maßstab zu schaffen, kam es 1977 zu ersten Kontakten zum Landkreis Gifhorn, der das Projekt aktiv unterstützte. Im gleichen Jahr schlossen die beiden Parteien einen Erbbaurechtsvertrag über das künftige Museumsgelände.

Von 1980 bis heute

Das Mühlenmuseum öffnete 1980 seine Pforten, nachdem zwei Jahre lang umfangreiche Geländearbeiten durch den Aller-Ohre-Verband stattfanden. Mit Hilfe von Planierraupen und Schwemmbaggern wurde eine Modellierung des Geländes vorgenommen, bei der zahlreiche Gräben und Teiche sowie der 5 ha großen Mühlensee entstanden. Der See dient gleichzeitig als Rückhaltebecken für den Hochwasserschutz und der Wasserregulierung der Ise. Als erste Bauten entstanden die Ausstellungshalle sowie drei Mühlen (Kellerholländer, Bockwindmühle und Tiroler Wassermühle).

Mühlenmodelle

Kernstück der Museumsanlage ist die 800 m2 große Ausstellungshalle. Sie beherbergt Utensilien aus dem Mühlen- und Müllereiwesen. Außerdem befinden sich darin 49 Wind- und Wassermühlen-Miniaturmodelle (naturgetreu und maßstabsgerecht den Originalen in allen Einzelheiten verkleinert nachgebaut) aus 20 Ländern ausgestellt. Sie geben Auskunft, zu welchen Arbeitsvorgängen sich Menschen vor der Erfindung der Dampfmaschine die Wind- und Wasserkraft zunutze machten, um schwere Arbeiten zu verrichten.

Einige Mühlenmodelle:

Abbenroder Mühle bei Helmstedt
Fünf-Flügel Mühle Wendhausen bei Lehre
Britische Mühle bei Framlingham in Suffolk
Paltrockmühle aus Schönau
Holländische Wippmühle aus Niewersluis
Ägyptische Mühle bei Moos
Finnische Kreisflügelmühle in Uusikaupunki
Schnupftabakmühle in Rotterdam
Holzsägermühle in Koog aan de Zaan
Rembrandts Bockwindmühle in Leiden
Bremer Mühle am Wall
Irische Mühle von Wexford
Persische Ölmühle in Isfahan
Windmühle am Pariser Montmartre
Holländische Viergang-Mühle bei Zevenhuizen
Keukenhofmühle in Südholland
Persische Getreidemühle der Provinz Karasan
Don Quichotes Windmühle aus La Mancha
Mosterts Mühle bei Kapstadt
Pfahlmüle aus Bessarabien

Dorfplatz

Mittelpunkt des Freilichtmuseums ist der Dorfplatz mit einem Bauensemble von drei Fachwerkhäusern, die als Rundlingsdorf platziert sind:

Das Back- oder auch Müllerhaus wurde 1983 als Vierständer-Fachhallenhaus (Niedersachsenhaus) erbaut und bietet Platz für etwa 250 Gäste.
Das Brothaus von 1985 ist der Nachbau eines Backhauses auf einem traditionsreichen Bauernhof nahe Gifhorn. Hier wird in 2 holzgefeuerten Steinbacköfen Brot und Kuchen nach alten Rezepten gebacken und an Museumsbesucher verkauft.
Das Trachtenhaus entstand 1990 als Fachhallenhaus und bietet mit einer alter Backstube und einem Restaurationsbetrieb rund 500 Gästen Platz.
Auf dem Platz steht der „Internationale Mühlenbaum“. Dies ist ein etwa 30 m hoher Pfahl, an dem sich die Länderwappen aller Mühlen des Museumsgeländes sowie Holzschnitzereien mit Müllerei-Motiven befinden.

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Deutsche Bergholländer Mühle Immanuel

Mai 25, 2008 Von: Oliver Kube Kategorie: Gifhorn

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Deutsche Bergholländer Mühle Immanuel

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Die Mühle stammt aus Westdorf im Landkreis Dithmarschen, die dort unter dem Namen Immanuel 1848 errichtet wurde. Sie gehörte zu den ersten drei Original-Mühlen, die im Museum ihren Platz fanden. Sie wird als „Berg-“ oder auch „Kellerholländer“ bezeichnet. Damit ist einerseits gemeint, dass die Mühle auf einem kleinen Hügel errichtet ist und andererseits, dass sie einen Keller hat, in den Fuhrwerke einfahren konnten. Im Laufe ihrer Geschichte entwickelte sich die Anlage durch zahlreiche Umbauten zu einer hochtechnischen Mühle, u.a. mit automatischer Windrose. Die Jalousieflügel konnten der Windstärke angepasst werden. 1969 bot der letzte Müller in einer Zeitungsanzeige an, sie zu verschenken unter der Bedingung, dass sie wiederaufgebaut wird. Der Zeitungsverleger Axel Springer erwarb die Mühle und ließ sie restaurieren. Später schenkte er sie dem Mühlenmuseum Gifhorn, wo sie 1979 wieder aufgebaut wurde.

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Deutsche Bockwindmühle Viktoria

Mai 25, 2008 Von: Oliver Kube Kategorie: Gifhorn

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Deutsche Bockwindmühle Viktoria

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Die Bockwindmühle stammt aus dem nahe gelegenen Ort Osloß und ist somit als Einheimische zu bezeichnen 1882 stellte sie dort ein Müller auf, der die Mühle im Kreis Neuhaldensleben erworben hatte. Als Baujahr ist die Jahreszahl 1816 an der Mühle vermerkt. 1940 stellte sie ihren Betrieb ein. Der Landkreis Gifhorn kaufte die verfallene Mühle 1977 und gab sie dem Museumsbetreiber Horst Wrobel in Obhut. Mit Spendengeldern wurde sie restauriert und 1980 in einem funktionsfähigen Zustand auf dem Mühlenmuseum aufgebaut.

Der Name Bockwindmühle bezeichnet das ganze Mühlenhaus, das auf einem Gerüst, einem Bock, steht, beziehungsweise, technisch korrekt ausgedrückt, hängt. Das Mühlenhaus wird samt Einrichtung jeweils vor Arbeitsbeginn gegen den Wind gedreht. Die Bockwindmühle galt nach dem Allgemeinen Landrecht für Preußen von 1794 nicht als Bauwerk im engeren Sinne, sondern als Maschine. Deshalb entfiel für seine Besitzer damals die Pflicht, für seine Arbeitsstätte Hauszinssteuer zu zahlen.

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Gifhorn

Mai 25, 2008 Von: Oliver Kube Kategorie: Gifhorn

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Gifhorn ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Osten des Landes Niedersachsen. Mit etwa 43.000 Einwohnern bildet Gifhorn eines der Mittelzentren des Landes, geprägt durch die geringe Entfernung zu den Industrie- und Handelszentren Braunschweig und Wolfsburg. Außerdem ist Gifhorn Teil der geplanten Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen.

Geografie

Die Stadt liegt zwischen Hannover, Braunschweig und Wolfsburg, ca. 20 km nördlich von Braunschweig und dem Autobahnkreuz Braunschweig-Nord (A2/A391) und etwa 15 km westlich von Wolfsburg. Die Stadt befindet sich am Kreuzungspunkt der Bundesstraßen 4 (Nord-Süd Richtung, auch Salz-Straße) und 188 (Ost-West Richtung, auch Korn-Straße) sowie der Bahnlinien Braunschweig-Uelzen und Hannover-Wolfsburg am Rande der Lüneburger Heide. Die Ise mündet im Stadtgebiet in die Aller.

Namensgebung

Zwischen den aus der Eiszeit um Gifhorn entstandenen Erhöhungen, so genannten Eiszeitmoränen (Grund-/End-Moränen), sowie den sich in nördlicher Richtung ausdehnenden großen Moorgebiet und dem schwer passierbaren Aller-Urstromtal, bot der Mündungswinkel von Aller und Ise eine der wenigen geeigneten trockenen Stellen für eine Siedlung und für einen Flussübergang. Der Name könnte daher nach Wortdeutungen aus überlieferten Dokumenten und Ortsnamen (gerade im nördlichen Niedersächsischen Raum) von Giffel, Gaffel, Gabel und Horn (gleichbedeutend mit “Erhöhung, die ins Wasser hineinragt”) abgeleitet sein.

Eine andere Deutung des Namens beruht auf dem niederdeutschen “Giff Horn” (gib Zeichen) um mit einem Fuhrwerk, auch Postkutschen, bei höherem Wasserstand mittels eines Floßes, Treideln, einer Schute oder eines Kahns, (Torfkahn, Lastkahn) zu einer höheren Stelle übergesetzt zu werden.

Geschichte

Mittelalter

Gifhorn wird erstmalig 1196 im Güterverzeichnis des Braunschweiger Stifts St. Cyriakus erwähnt. Ursprünglich war Gifhorn beschränkt auf eine kleine Siedlung im großflächig versumpften und schwer passierbaren Aller-Urstromtal (Barnbruch). Der Mündungswinkel von Aller und Ise war eine der wenigen Stellen, an denen dieses natürliche Hindernis überwunden werden konnte. Kurz vor dem Zusammenfluss mit der Aller teilte sich die Ise und bildete einen kleinen Werder. Entlang dieser trockenen Dünung vermutet man die erste Ansiedlung.

Der Ausbau des Brückenortes war durch mehrere Faktoren begünstigt. Zum einen besaß er eine geographisch günstige Schutzlage zum anderen eine gute Verkehrslage am Schnittpunkt zweier bedeutender mittelalterlicher Handelswege: Hier kreuzten sich in Nord-Süd-Richtung die verlängerte Alte Salzstraße von Lüneburg nach Braunschweig (heute B 4) und in Ost-West-Richtung die Kornstraße von Magdeburg nach Celle (heute B 188). Gegen die von Osten her drängenden sorbischen Stämme (siehe auch Wenden, Wendland) befestigte man Gifhorn mit einer Schutzburg, um die am Iseübergang entstandene einnahmeträchtige Zollstätte zu sichern.

Die Welfenherzöge ließen später eine Vogtei, eine Wassermühle (erstmals 1213 urkundlich erwähnt, an dieser Stelle wird bis heute ein Mühlenladen betrieben) und einen Wirtschaftshof anbauen. Dieser gesicherte und wirtschaftlich bedeutsame Knotenpunkt zog viele Bauern, Handwerker und Kaufleute an. Auch die Post mit ihren Postkutschen richtete hier für die Mitreisenden (heute”Deutsches Haus”), eine Haltestation ein. Zudem entstanden zahlreiche Gaststätten und Stallungen, in denen die Fuhrleute ihre Pferde ausspannten, aber auch bei gelegentlichem Hochwasser mehrere Tage ausharrten. Das Marktrecht wurde dem Ort bereits 1275 duch Herzog Johann I. von Lüneburg verliehen.

Infolge der strategisch wichtigen Lage wurde Gifhorn befestigt und wird schließlich 1332 als “opidum” (befstigter Ort) urkundlich erwähnt. 1364 wird erwähnt dass Gifhorn die Weichbildrechte (”wicbelde”) erhalten hatte. Dies war etwa gleichbedeutend mit der Verleihung von Stadtrechte. 1428 gingen Schloss und Siedlung bei der Teilung des Welfenhauses an das Fürstentum Lüneburg über.

Während der Hansezeit entstanden viele Handwerksbetriebe: Die bereits ansässigen Ackerbürger, Müller, Bäcker, Fischer, Metzger, Schuster, Schneider und Schmiede wurden ergänzt durch Weber, Bleicher, Färber, Böttcher, Töpfer, Gerber, Sattler, Seiler, Hutmacher und Bierbrauer. Die wirtschaftliche Blütezeit gipfelte 1275 in der Verleihung des Marktrechtes.

Renaissance

Verheerende Kriege und Großbrände fügten dem Ort immer wieder schwere Schäden zu, insbesondere die Hildesheimer Stiftsfehde von 1519 bis 1523, bei der auch die Orte in der näheren Umgebung fast vollständig vernichtet wurden. Der Wiederaufbau wurde gekrönt mit der Neuerrichtung von Schloss Gifhorn im Stil der Weserrenaissance. Bauherren des 1547 fertiggestellten Schlosses waren die protestantischen Herzöge Ernst der Bekenner von Braunschweig-Lüneburg und sein Bruder Herzog Franz aus Celle. Es entstand eine äußerst wehrhafte Schlossanlage, die an den vier Ecken über Bastionen verfügte und von Festungswällen umgeben war. Zur Erweiterung der Schlossräumlichkeiten entstand etwas abgesetzt in der Stadt das Kavaliershaus im Renaissance-Stil mit einer prächtigen Steinfassade erbaut.

Nachdem das Schloss nach dem Tode von Herzog Franz 1549 kein fürstlicher Residenzort mehr war, wurde es zur Wohnung für einen Amtmann und Unterkunft für fürstliche Jagdgesellschaften. Die Befestigungsanlagen des Schlosses wurden ab 1781 beseitigt, da sie den wehrtechnischen Anforderungen dieser Zeit nicht mehr genügten.

Von 1539-1549 war Gifhorn unter Herzog Franz Residenzstadt des Herzogtums Gifhorn, welches dieser als Abfindung für seinen Regierungsverzicht im Fürstentum Lüneburg erhielt. Am 6. Dezember 1544 erließ der Herzog für Gifhorn eine “Reformatio und Ordnung”, mit der für Jahrhunderte die Grundlage für die Durchführung von Bürgermeisterwahl und Stadtverwaltung gelegt wurde. Da Herzog Franz 1549 ohne männliche Nachkommen verstarb, fiel das Herzogtum nach nur 10 Jahren wieder an das Fürstentum Lüneburg in Celle zurück. Das Schloss diente fortan als Jagdresidenz von Fürsten und Herzögen aus der Umgebung oder als Verwaltungszentrum.

Aus der Zeit des Neuaufbaus sind zahlreiche Fachwerkhäuser heute noch erhalten. Bemerkenswerte Bauten sind das Alte Rathaus von 1562 (heute Ratsweinkeller mit Bücherei) und das Höfersche Haus von 1570.

Neuzeit

Während des Dreißigjährigen und Siebenjährigen Krieges und der Napoleonischen Feldzüge wurden die alten Handelswege nun auch zu Heerstraßen. Während der Truppendurchmärsche kam es immer wieder zu großen Schäden und Plünderungen. Hinzu kamen zwei große Flächenbrände 1669 im Süden und 1725 im Norden. Nach drei weiteren Bränden von 1872, 1876 und 1891 kam es zur baulichen Auflockerung des Stadtbildes. Wegen der räumlichen Enge wurden viele abgebrannte Häuser nicht wieder an der gleichen Stelle aufgebaut.

Von 1734 bis 1744 wurde die Sankt-Nicolai-Kirche errichtet. Der Barockbau befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Kavaliershaus und Alten Rathaus.

Nach dem Schleifen der Befestigungsanlagen des Schlosses um 1780 verloren auch die umliegenden Schutzwälle an Bedeutung. So kam es zur allmählichen Erweiterung des Stadtgebietes besonders ab 1845 nach Beseitigung der beiden Stadttore.

Industriezeitalter

Die Industrialisierung Gifhorns begann mit der großflächigen Torfgewinnung aus den umliegenden Moorgebieten. Der Rohstoff wurde in der Torfpressfabrik verarbeitet und lieferte zunächst die Energie für eine mechanische Wollspinnerei, zwei Zichorienfabriken und eine Ziegelei, die sich aber nicht lange hielten.

Wirtschaftlich bedeutsam wurden nur die Glashütte (ab 1873) und eine Konservenfabrik (ab 1890), die erst 1959 bzw. 1973 ihre Produktion einstellen mussten. Sie profitierten von der Vollendung des Bahnbaus um 1890.

1852 erhielt Gifhorn das Stadtrecht. 1924 wurde das Rathaus in die Ortsmitte verlegt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es über die nahe Grenze zu einer großen Zuwanderung von Flüchtlingen und Vertriebenen aus Mittel- und Ostdeutschland. Die größten Arbeitgeber waren damals wie heute die seit 1951 ortsansässige Maschinen- und Armaturenfabrik Alfred Teves (mittlerweile der Continental AG zugehörend) und das für Pendler nah gelegene Volkswagenwerk in Wolfsburg. Darüber hinaus gelang es, neue Gewerbegebiete anzusiedeln. Bereits 1959 zogen einige Staffeln des Bundesgrenzschutzes in das Zonenrandgebiet. Seit den 1960er Jahren zogen Arbeitskräfte aus südeuropäischen Ländern mit ihren Familien in das Wolfsburger Umland und damit auch nach Gifhorn. Es kam dabei zu national getrennten Siedlungsschwerpunkten: während Wolfsburg von Italienern dominiert wurde, bildeten in Gifhorn damals die Griechen die mit Abstand stärkste ausländische Bevölkerungsgruppe. Noch heute gibt es im Gifhorner Raum - inzwischen in der 3. Generation - eine ungewöhnlich starke griechische Gemeinde mit eigenen kulturellen und kirchlichen Aktivitäten.

Mit dem Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Gifhorn vom 27. November 1973 wurden zum 1. März 1974 die Stadtteile Kästorf, Gamsen, Wilsche, Neubokel, und Winkel eingemeindet. Dadurch wuchs die Einwohnerzahl um etwa 7.000, die Fläche des Stadtgebiets verdreifachte sich.

Gifhorn behielt 1974 den Sitz des gleichnamigen Landkreises, nachdem zunächst eine Auflösung dieses Landkreises und Vereinigung mit dem Landkreis Peine und Verlegung des Kreissitzes nach Peine geplant war. Die Einwohner beider Landkreise hatten sich entschieden dagegen gewehrt.

Allerdings musste in Kauf genommen werden, dass Gifhorn vom Regierungsbezirk Lüneburg in den Regierungsbezirk Braunschweig umgegliedert wurde. Die Industrie wehrte sich gegen eine ähnliche Umgliederung erfolgreich vor Gericht, so dass Gifhorn auch heute noch unverändert zur Industrie- und Handelskammer Lüneburg gehört, nicht zur IHK Braunschweig.

Am 29. November 1984 wurde am Marktplatz das neue Rathausgebäude eingeweiht. Das vorherige wurde zum Haus des Handwerks.

Nach der deutschen Wiedervereinigung und den politischen Umbrüchen in Osteuropa und der damaligen UdSSR kam es in den 1990er Jahren zu einem großen Bevölkerungszuwachs, der vorwiegend auf den Zuzug von Russlanddeutschen aus der ehemaligen Sowjetunion zurückging. Diese stellen gegenwärtig etwa ein Zehntel der Gifhorner Bevölkerung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke und Museen

Sehenswert ist das Schloss Gifhorn im Stil der Weserrenaissance mit seiner noch als Kirche genutzten Schlosskapelle. Im Schloss ist das Kreisheimatmuseum mit den Abteilungen Jäger und Bauern, Adel und Landvolk, Handwerker und Kaufleute, Tier und Landschaft untergebracht. Im Schlosshof und im Schlosspark am Schlosssee finden jährlich Festspiele und Märkte statt.
Im international bekannten (Freiland-) Mühlenmuseum befinden sich zahlreiche Mühlen der unterschiedlichsten Art, die in europäischen Ländern und außerhalb Europas beheimatet waren. Sie sind restauriert oder originalgetreu nachgebaut.
Siehe Hauptartikel: Internationales Wind- und Wassermühlen-Museum
Kulturinstitut Die Brücke, gegenwärtig nur kultureller Veranstaltungsort bei Ausstellungen. Das Institut befindet sich in einem monumentalen Gebäudekomplex in der Art eines Klosters in altrussischem Baustil neben dem Mühlenmuseum
Die Stadthalle, mit 32000 Kubikmeter Bruttorauminhalt, wurde im Dezember 2005 in Betrieb genommen. In der Stadthalle finden Theateraufführungen und Festveranstaltungen statt. Der Theatersaal ist für maximal 567 Personen ausgelegt. Die Bühne verfügt über 384 Quadratmeter. Im Großen Saal mit Tanzfläche finden Festveranstaltungen wie das Gifhorner Schützenfest statt. Aufgrund der enormen Größe der Stadthalle - gemessen an der Größe Gifhorns - war das Projekt nicht überall unumstritten. Auch das mangelnde Angebot für die jüngere Bevölkerung wurde beklagt, was sich jedoch laut Betreiberberichten in Zukunft ändern soll.

Freizeit und Naherholung

Im Verlauf der Nachkriegsjahre wurden um Gifhorn mehrere größere Flächen zu Naturschutzgebieten erklärt. Dazu gehört auch das im heutigen Stadtgebiet von Gifhorn liegende Gewässer “Heidesee”, das auf natürliche Weise entstanden ist. Der See kam in den Geschichten und Gedichten des Heidedichters Hermann Löns vor. Hier befindet sich ein Gastronomiebetrieb unter dem Namen “Heidesee-Pavillon”, dessen ausgedehnte und bewirtete Terrasse einen stimmungsvollen Blick auf den See ermöglicht. Der See ist ein gern besuchtes Naherholungsgebiet für Ausflügler aus Braunschweig und Hannover.

Auch gibt es im westlichen Bereich von Gifhorn größere Heideflächen (siehe auch Heidekrautgewächse). Bekannt sind die “Gifhorner Schweiz”, der idyllische Ort Winkel und Flächen beim Ort Wilsche. Diese Heidegegend wurde durch die Literatur von Hermann Löns bekannt.

Durch Kiesschürfen entstanden mehrere Seen. Durch den Bau des Elbe-Seitenkanals, entstand im benachbarten Isenbüttel südöstlich der Stadt ein komplexes Naherholungsgebiet, der Tankumsee. Das gesamte Areal umfasst 222 ha. Der See selbst ist 62 ha groß und bietet einen 1.000 m langen Sandstrand. Daran grenzt direkt östlich das Feuchtgebiet Barnbruch an mit einem Waldbestand von etwa 1.500 ha.

Die Verlegung der Bundesstraße 4 machte es erforderlich, dass große Teile der Trasse erhöht werden mussten, und so entstand der “Waldsee” zwischen der Stadt und der “Gifhorner Schweiz”.

Die Naturschutzgebiete - wie auch die Lüneburger Heide - haben Gifhorn zu einem beliebten norddeutschen Naherholungsgebiet gemacht.

Regelmäßige Veranstaltungen

Das älteste Gifhorner Volksfest ist das Schützenfest. Die älteste Ratsverordnung über das “Gifhorner Scheibenschießen” stammt von 1661 (Scheibenschießen). Seit 1706 sind die Listen der Schützenkönige überliefert. Die 1814 zur Armee eingezogenen Gifhorner waren fast alle 1815 in der Schlacht bei Waterloo gegen Napoleon eingesetzt. Zur Erinnerung daran wird das Schützenfest jedes Jahr in der Woche des 18. Juni gefeiert. Das Schützenfest beginnt am Donnerstag mit einem Umzug durch Gifhorn und dem im Laufe des Nachmittags, unter kommunaler Aufsicht, durchgeführten Königsschießen. Am Sonntag wird ein großer Umzug, bei dem auch alle Vereine mit dabei sind, durchgeführt und endet mit einem vielbestauntem Feuerwerk.

Weitere regelmäßige Großveranstaltungen sind die Schlossfestspiele, Feuer & Wasser live, der Tag der Heide und in der Fußgängerzone das dreitägige Altstadtfest und der Weihnachtsmarkt.

Zickenstadt

Die Bewohner umliegender Gemeinden bezeichneten Gifhorn in der Vergangenheit abfällig als Zickenstadt. Eine Ziege als Kuh des kleinen Mannes konnten sich seinerzeit auch die ärmeren Stadtbewohner leisten, so dass die Ziegenpopulation in Gifhorn vergleichsweise stärker war als in den umliegenden Bauerngemeinden.

Die Gifhorner Stadtwerbung münzte den Ausdruck Zickenstadt in einen positiven Begriff um und benutzte ihn einige Jahre lang für die Tourismuswerbung. Eine Ziege als Logo der Stadt wurde entworfen, und in der Gifhorner Innenstadt wurde sogar ein Zickendenkmal enthüllt. Während Bezüge zur Zickenstadt auch heute noch gelegentlich zu finden sind, z.B. der Zickenaugust als Maskottchen des alljährlichen Altstadtfests, musste sie in der Werbung dem Begriff Mühlenstadt sowie einem entsprechenden Logo weichen.

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